Berlin : Verzweifelt gesucht: Ulrike: Die Polizei sucht auch in Prenzlauer Berg

tob / weso

Polizisten mit Taschenlampen durchkämmen eine eingeschneite Kleingartenkolonie an der Bösebrücke in Prenzlauer Berg. Kollegen riegeln das mehrere Hektar große Gelände neben dem S-Bahnhof Bornholmer Straße ab. Dutzende Mannschaftswagen stehen auf der Andersenstraße und der Ibsenstraße. Seit gestern Nachmittag sucht die Polizei mit rund 550 Beamten auch in Berlin nach der 12-jährigen Ulrike aus Eberswalde und nach ihrem Entführer.

550 Beamte durchsuchten bis in den Abend hinein mehr als 200 Lauben der beiden Kolonien Bornholm 1 und 2. Ohne Erfolg. Es fanden sich aber weder Hinweise noch ergab sich eine heiße Spur. Dabei waren die Polizisten gestern einem ganz konkreten Tipp gefolgt: Ein Zeuge hatte sich gegen 13 Uhr gemeldet. Er will "den Tatverdächtigen und ein Mädchen, auf das die Beschreibung Ulrikes zutrifft" am Montag und gestern in der Kleingartenanlage gesehen haben. Das bestätigte der Leiter der Polizeidirektion 7, Michael Knape.

Um 15 Uhr umstellten die Beamten das Gelände, bis 17 hatten sie es ein erstes Mal durchsucht. Zwei Personen wurden überprüft, der mutmaßliche Entführer von Ulrike Brandt war nach Angaben Knapes aber nicht darunter. Der Direktionsleiter misst den Aussagen des Zeugen eine "relativ hohe Glaubwürdigkeit" bei. Sowohl die Beschreibung des Tatverdächtigen habe gepasst als auch die des Mädchens. Es soll eine beschädigte Brille getragen haben.

Während der zweiten Durchsuchung wurden am Abend Lauben überprüft, in denen die Gesuchten Unterschlupf gefunden haben könnten. Gegen 20 Uhr wurde aber auch die zweite Suche ergebnislos beendet. Im Anschluss an diese erfolglose Aktion durchsuchten Polizeikräfte auch Wohnhäuser, die an das Laubengelände grenzen. Zeugen zufolge sollen Polizisten auch mit Leitern in verdächtige Wohnungen eingestiegen sein. Das Lagezentrum der Polizei konnte an Abend aber nicht bestätigen, dass während dieser Durchsuchungsaktion auch Wohnungen aufgebrochen wurden.

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