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Veterinäre warnen : Furcht vor Staupe – doch der Tierarztnotdienst ist abgeschafft

07.01.2013 15:51 Uhrvon
Von Seuche erfasst: Jeder dritte Stadtfuchs soll schon infiziert sein.Bild vergrößern
Von Seuche erfasst: Jeder dritte Stadtfuchs soll schon infiziert sein. - Foto: dapd

Viele Füchse in Berlin sind an Staupe erkrankt. Hunde können sich leicht anstecken. Der Tierärztliche Notdienst kann nicht helfen - er ist abgeschafft. Amtstierärzte raten, den Impfstatus zu prüfen.

Staupegefahr in Berlin: Rasch hat sich diese Warnung in den vergangenen Tagen unter Berlins Hundehaltern verbreitet. Berlins Veterinärämter wiesen darauf hin, dass sich die häufig todbringende Krankheit unter den Füchsen im Stadtgebiet stark ausbreitet und freilaufende Hunde ansteckungsgefährdet sind. Seither bestürmen Hundefreunde die Tierarztpraxen und bitten sie zu prüfen, ob ihr Tier ausreichend gegen Staupe immunisiert ist. Während der Feiertage und am Wochenende versuchten auch viele Halter aus Furcht vor der Staupe oder wegen anderer akuter Erkrankungen ihrer Lieblinge den tierärztlichen Notdienst der Tierärztekammer Berlin zu erreichen.

Doch vergeblich. Diesen Notfall-Service gibt es seit Jahresbeginn nicht mehr.

Bisher genügten ein Anruf oder ein Blick auf die Website der Kammer, um zu erfahren, welche Praxen Bereitschaftsdienst haben. Doch seit dem ersten Januar wird dies nicht mehr stadtweit organisiert. „Wir haben den Service bis auf Weiteres ausgesetzt, weil die Inanspruchnahme massiv abgenommen hat“, sagt Kammer-Geschäftsführer Dr. Roger Battenfeld. Er führt das auf die wachsende Zahl von niedergelassenen Veterinären zurück, die von sich aus einen Rund-um-die-Uhr-Dienst anbieten – manche sogar mit Hausbesuchen. Battenfeld: „Die Versorgung ist auch ohne unseren offiziellen Notdienst gesichert.“

Tatsächlich gibt es in Berlin neben der Kleintierklinik der Freien Universität (FU) in Düppel und zwei weiteren privaten Tierkliniken in Biesdorf und Marzahn, die alle drei Notdienste anbieten, inzwischen zahlreiche weitere Praxen mit 24-Stunden-Präsenz. In der Regel müssen Tierhalter deshalb heute gar nicht allzu weit fahren, um einen einsatzbereiten Arzt zu finden.

Die Kammer nannte bislang an Wochenenden meist nur drei Praxen, die in ihrem Auftrag Bereitschaft hatten. Werktags waren es nachts zwei Praxen. Wer diese besuchte, fuhr folglich mit seinem kranken Tier oft weite Strecken, obwohl andere gleichfalls dauerhaft geöffnete Praxen möglicherweise um die Ecke lagen. Dies sprach sich unter den Tierhaltern offenbar herum. Und es hatte laut Battenfeld zur Folge, dass sich beim offiziellen Notdienst der Kammer „Frust“ aufstaute. „Die Kollegen schlugen sich die Nacht in ihren Praxen um die Ohren, mussten aber immer weniger Patienten versorgen.“ Dass mehr Veterinäre denn je mit 24-Stunden-Diensten um Kundschaft werben, hängt mit der Konkurrenz zusammen. In Berlin gibt es bis zu 400 Kleintierpraxen, was aus Sicht von Branchenkennern zu viel ist.

Staupe-Infos

Staupe ist eine hochansteckende Viruskrankheit, die Fieber, Fressunlust und Mattigkeit auslöst. Hunde können sich bereits durch Tröpfcheninfektion anstecken, indem sie einen an Staupe verendeten Fuchs beschnüffeln. Deshalb raten Amtstierärzte, Hunde auch in den Auslaufgebieten derzeit besser nicht von der Leine zu lassen. Außerdem sollte man unbedingt den Impfschutz des eigenen Tieres überprüfen.

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