Berlin : „Videokameras lösen keine Gewaltprobleme“

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DIE AKTUELLE FRAGE

KLAUS BÖGER,

Senator für für Jugend, Frauen, Schule und Sport, möchte nicht, dass Berlins Schulen zu „Trutzburgen“ ausgebaut werden.

Foto: Mike Wolff

Eine Neuköllner Schule hat den Vorreiter gemacht, nun wollen immer mehr Schulen mit Videokameras schulfremde Störer von ihren Grundstücken und aus ihren Gebäuden fern halten. Was halten Sie davon?

Wenn eine Schule unübersichtliche dunkle Ecken hat und die Schulkonferenz es will, kann das sinnvoll sein. Allerdings muss dann auch jemand den Monitor im Auge haben.

Und wer soll die technische Ausrüstung und Installation bezahlen? Eine Videokamera mit Monitor wie in der Neuköllner Heinrich-Mann-Gesamtschule hat mehr als 8000 Euro gekostet.

In Einzelfällen – und bisher sind es ja nur wenige Schulen, die eine Videoüberwachung wollen – können das die Bezirke aus ihrem Budget für bauliche Unterhaltung zahlen. Wenn man dadurch Vandalismus verhindert, rechnet sich das sogar. Es wird aber bestimmt kein Video-Sonderprogramm des Senats geben.

Warum nicht?

Ich will nicht, dass man die Berliner Schulen zu Trutzburgen ausbaut. Entscheidend ist doch das „innere Programm“ einer Schule, also was sie intern tut für Prävention und Konfliktbewältigung. Videokameras lösen nicht das Problem von Verrohung und Gewalt.

Aber trotzdem gibt es Schulen, die darauf Hoffnungen setzen.

Ja, weil sie sich dann sicherer fühlen. Trotzdem bleibe ich dabei, dass es kein Patentrezept ist: Eine technische Infrastruktur löst kein soziales Problem.

Die Fragen stellte Susanne Vieth-Entus

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