Berlin : Viel Geld für wenig Müll

Kritik an Gebührenerhöhung für 60-Liter-Tonne. BSR rät zum Behälterwechsel

Klaus Kurpjuweit

Wer wenig Müll produziert, muss als Eigenheimbesitzer bei den neuen Gebühren der Stadtreinigung (BSR) jetzt erheblich mehr zahlen. Seit die BSR die neuen Gebührenbescheide verschickt hat, hagelt es Proteste. Überproportional teuer wird das Leeren der 60-Liter-Tonne. Hier steigt der Preis von 42 Euro auf 65,40 Euro und damit um rund 55 Prozent pro Vierteljahr. Durchschnittlich klettern die Preise nach Angaben der Stadtreinigung dagegen um 14,4 Prozent. Damit sei man „deutlich unter dem befürchteten Anstieg“ geblieben, heißt es in dem Begleitschreiben der BSR.

Die Preise steigen, weil der Müll vom 1. Juni an nicht mehr unbehandelt auf Deponien gekippt werden darf. In Zukunft muss der Abfall vorbehandelt und getrennt werden, ehe er zum Beispiel verbrannt werden darf. Dadurch steigen die Kosten. Zudem, so argumentiert die BSR, sei es politischer Wille gewesen, die Tarife verursachergerecht zu kalkulieren. Und hier, sagt BSR-Sprecher Bernd Müller, seien die 60-Liter-Tonnen bisher verhältnismäßig zu billig gewesen.

Betroffen seien davon aber nur etwa vier Prozent der Berliner Haushalte. Wer das schmale, hohe Behältnis alle 14 Tage leeren lasse, müsse in diesem Jahr pro Monat 3,90 Euro mehr zahlen. Kommen die Männer in Orange dagegen wöchentlich, steigt der Preis im Monat um 7,80 Euro. Diesen Kunden bietet die BSR an, zu einer 120-Liter-Tonne zu wechseln, die dann nur alle zwei Wochen geleert wird. Bei gleichem Müllvolumen könne man dann sogar etwa 1,30 Euro pro Monat sparen. Und zudem verzichte die BSR beim Wechseln der Behältergrößen auf die sonst übliche Gebühr in Höhe von 20,45 Euro.

Die Kritik an der Preiserhöhung könne er zwar verstehen, aber nicht teilen, sagte Müller weiter. Seit 1999 seien die Abfallgebühren drei Mal gesenkt worden. Auch heute liege man bei mehreren Tarifen noch unter dem einstigen Niveau.

Einige Betroffene wollen sich nun mit Nachbarn zusammenschließen, um gemeinsam eine größere – und verhältnismäßig günstige – Tonne füllen zu können. Einen ganz besonderen Sparvorschlag hatte die BSR für einen Leser. Wenn er allein eine 120-Liter-Tonne, die mit 76,30 Euro nur unwesentlich teurer sei als der 60-Liter-Behälter, nicht füllen könne, solle er doch auch sein Altpapier in die Tonne werfen. So spare er dann die Kosten für die blaue Tonne.

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