Berlin : Viel Glas, viel Sandstein – und wenig Wabe

Von der alten Fassade bleibt bestenfalls ein kleines Erinnerungsstück: Was der Kaufhof am Alex plant

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Die Pläne für einen neugestalteten Kaufhof am Alexanderplatz sind auf unterschiedliche Reaktionen gestoßen. KaufhofVertreter hatten am Dienstag Abend im Stadtentwicklungsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung Mitte erstmals detailliert über die geplanten Neuerungen informiert. Während die Senatsverwaltung in den Plänen eine „Initialzündung für weitere Erneuerungen rund um den Platz“ sieht, bezeichnete die PDS-Fraktion in der Bezirksversammlung Mitte die Pläne als „sehr bedauerlich“. Mit der markanten Wabenfassade des Kaufhofs verschwinde ein „Wahrzeichen des Alexanderplatzes“. Die PDS will heute in der Bezirksverordnetenversammlung einen Antrag auf Erhalt der Gebäudehaut stellen. Außerdem denke man über Unterschriftenaktionen nach. Auch Vertreter der CDU plädierten dafür, „zumindest ein Stück der Waben als Erinnerung zu erhalten“. Für die SPD sind solche Forderungen „reine Ostalgie“. Stadtentwicklungsstadträtin Dorothee Dubrau (Die Grünen) hätte sich zwar auch „etwas Besonderes“ gewünscht. Sie wies aber darauf hin, dass der Bezirk „keinerlei rechtliche Mittel“ habe, auf die Gestaltung einzuwirken.

Der Kaufhof wird den Plänen zufolge völlige neu gestaltet. Das Erdgeschoss erhält eine Glasfront, der Rest soll aus cremefarbenem Sandstein bestehen, der von einzelnen Fenstern durchbrochen wird. Das Dach erhält eine Glaskuppel. Außerdem wird das Gebäude 25 Meter in Richtung Alexanderplatz erweitert. Freitreppe und Bänke vor dem Gebäude werden verschwinden. Auch soll eine zusätzliche Verkaufsetage entstehen. Mit 36 000 Quadratmeter Fläche ist die Filiale nach dem KaDeWe dann das zweitgrößte deutsche Kaufhaus. Im Frühjahr sollen die Umbauarbeiten beginnen und im Mai 2006 beendet sein. Währendessen soll der Verkauf weitergehen.

In den jetzt vorgestellten Umbauplänen ist auch der Teil des Kaufhauses ausgewiesen, der im Rahmen der Bebauungspläne des Alexanderplatzes einmal einem Hochhaus weichen soll. Trotzdem soll auch hier erst einmal saniert werden. Für die PDS ein Zeichen, „dass ein Hochhausbau in weite Ferne gerückt ist“. Die Vertreter des Kaufhof wollten dazu keine Angaben machen. Kaufhof-Bauleiter Cesarz sagte den Ausschussmitgliedern jedoch zu, sich für den Erhalt eines Teils der Wabenfassade einzusetzten. Er könnte an dem Tunneldurchgang zwischen Kaufhos und Park Inn-Hotel angebrachte werden, „als Erinnerung an das, was hier mal war“. Juris Lempfert

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