Berlin : Viel Käse ums Matterhorn

Bei Walliser Raclette und Wein feierte der Schweizer Botschafter Werner Baumann gemeinsam mit Berlinern den 711. Geburtstag seines Heimatlandes

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Überall Käse, wohin das Auge blickt: Emmentaler, Tête de Moine, Appenzeller. . . Wenn die Schweiz ihren Nationalfeiertag begeht, dann darf er nicht fehlen. Botschafter Werner Baumann und seine Frau Susanna haben zum 711. Geburtstag ihres Heimatlandes vor das „Haus der Schweiz“ an der Ecke Unter den Linden / Friedrichstraße eingeladen, und jeder darf sich bedienen. Das Fest in Berlin geht ja eigentlich auf die Initiative seines prominenten Vorgängers zurück. Doch an der Idee, gemeinsam mit den Berlinern zu feiern, will auch der Neue festhalten. Den Berlinern scheint’s zu gefallen. Und so kühlen sich tausende Menschen Nacken und Stirn mit den schmelzenden Brocken des drei Meter hohen Matterhorns aus Eis, oder sie schieben sich an den Käse-Ständen vorbei, picken mit Schweizer-Fähnchen-Zahnstochern Käsewürfel oder reihen sich in eine der vielen Schlangen der Imbissbuden ein.

Weil das Motto diesmal „Wallis – ein Kanton der Berge und des Lichts“ heißt, gibt es original Raclette aus dem Kanton. Ein halber Käselaib wird dafür über einem kleinen Ofen erhitzt und dann über die kleinen Kartoffeln, Gurken und Mixed Pickles geraspelt. „So richtig gut schmeckt es erst, wenn der Käse an einem Holzfeuer erwärmt wird“, sagt Claude Noth, der vor 30 Jahren aus Basel nach Berlin gezogen ist und sich das Fest, wann immer er Zeit hat, nicht entgehen lässt.

Yvonne Weiland, 26, aus Köpenick arbeitet gegenüber bei einem französischen Energieversorger. Das Fest gefällt ihr. Allerdings empört sie sich, dass der Botschafter seine Begrüßungsworte nicht auch in Französisch und Italienisch gehalten hat. Und überhaupt: Man müsse abwarten, wie sich das neue Botschafterpaar entwickelt. Seine Vorgänger habe sie „kommunikativer und offener“ empfunden. Sie hätten ihr richtig gefallen. Dann nimmt Yvonne Weiland noch ein Schlückchen Wein, „Fendant“ aus dem Wallis. Es sei der Lieblingswein von Tina Turner, sagt jemand auf der Bühne ins Mikrofon. Tanja Buntrock

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