Berlin : Viele Farben Gelb

Die Diplomatie offenbart sich immer mehr als Quelle der Kunst: Thera Medeiros zeigt ihre Werke

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Thera Regouin Denot Medeiros ist eine temperamentvolle Frau mit vielen Gesichtern. Der Berliner Gesellschaft ist die gebürtige Niederländerin als Frau des brasilianischen Botschafters und CharmeVulkan bekannt. Allerdings präsentiert sie sich derzeit von einer ganz anderen Seite. Sie ist nämlich eigentlich Malerin und in dieser Eigenschaft können sie jetzt auch solche Kunstfreunde erleben, die mit diplomatischen Kreisen gar nichts zu tun haben. Ihre Farben infizieren mit Lebensfreude, weite Flächen glutrot oder sehnsuchtsblau, durchbrochen von flüchtigen Strichen, die wie Fragen dastehen, wie die leisen, vielfach unbemerkten Brüche des Lebens, die dem flüchtigen Betrachter eher wie eine Ahnung erscheinen. Allein die vielen Farben Gelb, die sie beherrscht, dokumentieren den langen Weg der Künstlerin aus Holland nach Brasilien. Studiert hat sie an der „Corcoran School of Art“ in Washington und an der „Art Students League“ in New York. Gelebt hat sie unter anderem in Paris, Bukarest, Montevideo, wo sie bereits eine Werkschau hatte. Ihre erste Einzelausstellung zeigt überwiegend Bilder aus ihren zwei Berliner Jahren und erfüllt sie mit unverstecktem Stolz.

Schon bei der Vernissage hat sie sieben Bilder verkauft, darunter eins an den großen Sammler Erich Marx. Ob die Bilder im Rahmen einer Ausstellung erwachsener wirken als daheim im Atelier? Für den Botschafter ist es ein bisschen so, als sei man mit einer Schauspielerin verheiratet. Wenn man sie plötzlich auf der Bühne sieht, wirkt sie wie eine völlig andere Frau. Erst kürzlich war in der Botschaft eine Ausstellung mit wichtigen Werken der brasilianischen Moderne eröffnet worden, eine interessante Ergänzung zur MoMA-Ausstellung. So wie die Diplomatie sich immer mehr als schöne Ergänzung zur Kunstwelt Berlins erweist. Bi

Die Ausstellung ist noch bis zum 18. April zu sehen im Gutshaus Steglitz, Schloßstraße 48, mittwochs bis sonntags 15 bis 19 Uhr .

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