Berlin : „Viele Menschen in Neukölln denken so wie ich“

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Frau Vogelsang, Sie fordern, Menschen auszuweisen, die die deutsche Sprache nicht lernen. Warum?

Seit dem Mord an dem niederländischen Filmemacher Theo van Gogh diskutieren wir offener über Integrationsprobleme. Endlich. Wir stellen Forderungen. Zum Beispiel: Zuwanderer müssen unsere Sprache lernen. Allerdings muss es auch Konsequenzen haben, wenn diese Forderungen nicht erfüllt werden. Sonst ändert sich nie etwas.

Und Ausweisung ist der einzige Weg?

Nein – das letzte Mittel. Wir haben große Probleme mit Kindern der zweiten und dritten Einwanderergeneration. Lehrer mühen sich, ihnen in der Grundschule die deutsche Sprache beizubringen. Aber zu Hause unterhalten sie sich mit ihren Eltern nur in deren Landessprache. Oft zieht sich das durch einen Lebenslauf. Viele Jugendliche gehen ohne Abschluss von der Schule, später beziehen sie Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II.

Würden Sie auch Menschen mit Aufenthaltsgenehmigung ausweisen?

Sofern sie sich nachweislich weigern, die Sprache zu lernen.

Wie wollen Sie das nachweisen?

Die Vermittler in den Jobcentern zum Beispiel können sehr schnell feststellen, wer sich weigert, Sprachkurse zu belegen und wer Bereitschaft zeigt.

Was sagen Ihre Parteikollegen?

Das alles steht im Grunde schon seit Jahren in unserem kommunalen Parteiprogramm. Es ist bisher nur nicht zur Kenntnis genommen worden. Man hat solche Forderungen in die rechte Ecke gestellt.

Die Gefahr besteht jetzt, in Wahlkampfzeiten, nicht?

Ich kandidiere nicht für den Bundestag. Mit dem Wahlkampf hat das nichts zu tun.

Und wie reagieren Ihre Parteikollegen auf Ihren Vorschlag?

Da habe ich bisher keine Rückmeldung. Aber ich habe erfahren, dass viele Menschen in Neukölln so denken wie ich.

Stefanie Vogelsang (39) ist stellvertretende Bezirksbürgermeisterin und Baustadträtin in Neukölln. Das Gespräch mit der CDU-Politikerin führte Marc Neller.

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