Berlin : Viele NS-Opfer ohne Entschädigung

Berliner Initiative will Arbeit der Bundesstiftung ergänzen

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Je mehr Opfer des NaziTerrors erfahren, dass die deutsche Bundesstiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ Entschädigungen für ihre Leiden zahlt, desto mehr melden sich. Doch es ist zu spät – die Antragsfrist ist abgelaufen. „Viele haben laut Gesetz auch gar keinen Anspruch auf Entschädigung“, sagt Hilde Schramm, Vorsitzende des Berliner Vereins Kontakte. Seit 14 Jahren bemüht sich der Verein um Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Jetzt hat er eine Initiative ins Leben gerufen, um NS-Opfern zu helfen, die von der Bundesstiftung kein Geld bekommen. Es sind Tausende: So fallen Kriegsgefangene, die in Deutschland zur Arbeit gezwungen wurden, durch das Stiftungs-Raster. Ähnlich geht es vielen Juden, Sinti und Roma, die versteckt lebten. Die Bundesstiftung hat die Lücken erkannt, sie begrüßt und berät daher die Berliner Initiative. Da NS-Opfer aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion oft bitterarm sind, soll das Geld vor allem an sie fließen. Damit die Spenden diejenigen erreichen, die sie am nötigsten haben, arbeitet der Verein mit lokalen NS-Opferverbänden zusammen.

„Geben Sie einen Tagessatz ihres Einkommens“, fordert die Initiative. Viele Landes- und Bundespolitiker haben zugesagt – darunter Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne), der Präsident des Berliner Abgeordnetenhaus Walter Momper (SPD) und der PDS-Vorsitzende Lothar Bisky. „Es geht nicht nur um Geld, sondern auch um die Geste“, sagt Vereins-Mitarbeiterin Marina Schubarth, die seit Jahren in die Ukraine fährt, um Spenden direkt zu übergeben.bth

Spendenkonto: Verein Kontakte, Kontonr.: 3065599006, Berliner Volksbank, BLZ 10090000, Kennwort: Zwangsarbeit.

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