• Viele wissen nicht, was Schrittgeschwindigkeit bedeutet DAS NEUE VERKEHRSKONZEPT RUND UM DEN HACKESCHEN MARKT

Berlin : Viele wissen nicht, was Schrittgeschwindigkeit bedeutet DAS NEUE VERKEHRSKONZEPT RUND UM DEN HACKESCHEN MARKT

Wer 16 statt 7 Stundenkilometer fährt, muss zahlen: Die Verkehrspolizei stellt auch in Spielstraßen ihre Laser auf

Sandra Dassler

„Wirklich Schrittgeschwindigkeit schaffen nur wenige“ – Polizeimeister Ralf Keller vom Verkehrsdienst 111 der Polizeidirektion V hat Erfahrung mit Kontrollen in verkehrsberuhigten Zonen. Am Heckmann-Ufer beispielsweise stehen er oder seine Kollegen öfter mit dem Laser. „Viele wissen nicht, dass Schrittgeschwindigkeit sieben Stundenkilometer bedeutet“, erzählt er. „Aber wegen unserer Toleranzpunkte wird ein Autofahrer ohnehin erst ab 16 Stundenkilometern zur Kasse gebeten.“

Schrittgeschwindigkeit oder Tempo 10 kann man nur mit Lasergeräten kontrollieren. Blitzgeräte taugen dazu nicht. 16 Stundenkilometer statt sieben – das kostet 15 Euro, bei 21 km/h muss der „Raser“ 25 Euro berappen, bei 31 Stundenkilometern gibt es einen Punkt in Flensburg. Zeigt der Laser gar 41 Stundenkilometer, droht ein Monat Fahrverbot. „Natürlich hört sich das hart an“, sagt der Polizeimeister, „aber Schrittgeschwindigkeit gilt beispielsweise in Spielstraßen, wo Kinder auf der Fahrbahn sitzen dürfen.“ Die Einsicht, dass man da nicht schneller fahren kann, sei zwar da, berichtet Keller, trotzdem würden durchschnittlich nur drei von zehn Kontrollierten die vorgeschriebene Geschwindigkeit einhalten. Einer der zehn fährt so schnell, dass er den Führerschein abgeben muss, der Rest bewegt sich zwischen 16 und 40 km/h. Dass der Berliner Senat jetzt beispielsweise in der Spandauer Vorstadt rund um den Hackeschen Markt Tempo-10-Abschnitte einrichten will, bedeutet für die Verkehrspolizisten eine einfache Hochrechnung: das Fahrverbot droht dann erst ab einer Geschwindigkeit von 44 Stundenkilometern.

Die Fragen und Ausreden, die Ralf Keller und seine Kollegen bei Kontrollen in Spielstraßen von ertappten Verkehrssündern zu hören bekommen, sind immer dieselben. „Ist hier wirklich Schrittgeschwindigkeit? Darf man da wirklich nur sieben Stundenkilometer fahren? Hier stand doch gar kein Schild.“ Doch die Verkehrspolizisten lassen sich kaum beirren. Sie prüfen vor Beginn der Kontrollen sehr genau – beispielsweise, ob ein Lastwagen ein Schild verdeckt.

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