Berlin : Vier Berliner, ein Ziel: Bildung für alle

Bundespräsident Köhler verlieh Verdienstorden für ehrenamtliches Engagement im Jugendbereich

Lena Hach

„Bildung für alle“: das ist das gemeinsame Ziel der 28 Bundesbürger, die gestern von Bundespräsident Horst Köhler mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet wurden. „Bildung ist ein unersetzlicher Beitrag zur Chancengleichheit und damit zu mehr sozialer Gerechtigkeit“, sagte Köhler im Schloss Bellevue.

Unter den Geehrten sind auch vier Berliner. Wobei Bildung im weiteren Sinne zu verstehen ist: Karl Köckenberger hat 1994 den Kinder- und Jugendzirkus Cabuwazi gegründet und sitzt heute noch in dessen Vorstand. Bei Cabuwazi lernen heute jährlich 3000 junge Menschen zwischen 10 und 18 Jahren artistische Disziplinen wie Jonglieren und Einradfahren lernen.

Zugleich werden den Kindern und Jugendlichen seit 1994 hinter der Bühne auch handwerkliche Fähigkeiten, beispielsweise Grundlagen der Holzbearbeitung und Licht- und Tontechnik vermittelt. Dabei erwerben die Teilnehmer wichtige Qualifikationen, die unter anderem bei der Berufsorientierung und Suche nach einem Ausbildungsplatz hilfreich sind. Als Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft Zirkuspädagogik gibt der 52-jährige Köckenberger seine Erfahrungen auch beim Aufbau von Projekten kultureller Jugendarbeit weiter.

Die kulturellen Kompetenzen Jugendlicher fördert auch Lutz Lienke seit vielen Jahren. Der 62-jährige Kunsterzieher organisiert in Berlin die Kunstwoche „Kunst-Werkstatt-Experiment“ für Schüler. Den Teilnehmern wird in den Tagen vor den Sommerferien regelmäßig die Möglichkeit gegeben, eigene kreative Ideen umzusetzen und im Rahmen einer Ausstellung zu präsentieren. Ferner baute Liencke vor 20 Jahren die Jugendkunstschule „Atrium“ in Reinickendorf auf, die er bis heute leitet.

Lust auf Mathematik wiederum möchte Monika Noak jungen Menschen machen: Sie unterstützt unter anderem die Ausgabekommission der Mathematik-Olympiade, die seit 1961 in Deutschland stattfindet. Außerdem holte die 61-jährige wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Mathematik der Humboldt-Universität den Känguru-Mathematik-Wettbewerb nach Deutschland: An einem Tag im Frühling stellen sich Schüler aus mittlerweile 35 Ländern zeitgleich verschiedenen Rechenaufgaben. In Deutschland beteiligten sich in diesem Jahr mehr als 500 000 Schüler – sie alle sind übrigens Gewinner, da jeder Teilnehmer neben einer Urkunde auch einen kleinen Erinnerungspreis erhält.

Mit ihrem ehrenamtlichen Engagement begann die vierte Berliner Geehrte, Monika von Plate, Anfang der 90er-Jahre in München. Dort half sie russisch-jüdischen Einwanderern bei der Eingliederung in Deutschland. Seit ihrem Umzug nach Berlin 2001 kümmert sich die 65-Jährige um die Förderung von sozial benachteiligten Kindern aus dem Stadtteil Wedding. Als Projektleiterin koordiniert sie etwa 30 ehrenamtliche Schularbeitshelfer, die Grundschüler aus bildungsfernen Elternhäusern bei den Hausaufgaben betreuen. Lena Hach

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