Berlin : Vier Kerle im Keller

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Nein, komisch finde er sich überhaupt nicht, kokettierte Bastian Pastewka , aber über seine Kollegen könne er sich totlachen. Christoph Maria Herbst wiederum erklärte postwendend Pastewka zu einem der „witzigsten Typen auf dem Erdenrund“, der noch lustiger sei, wenn er den Mund halte. Mit den beiden saßen am Donnerstag noch Michael Kessler und Jürgen Tonkel im Theater am Kurfürstendamm und waren um die Wette komisch. Die vier aus dem Fernsehen bekannten Comedians stellten ihr erstes gemeinsames Theaterprojekt vor: Sie spielen in dem Stück „Männerhort“ von Kristof Magnusson eine Gruppe neurotischer Kerle, die sich, während ihre Frauen shoppen, im Heizungskeller eines Einkaufszentrums die Zeit mit Männlichem vertreiben: Biertrinken und Fußballgucken. Außerdem reden sie sich dort, wo es dank eines speckigen Sofas und alter Zeitungen beinahe wie in einem gemütlichen Hobbykeller wirkt, ihren ganzen Frust von der Seele – nicht nur über die einkaufenden Gattinnen. Mit der Zeit geraten sie an die Wurzeln ihrer eigenen Probleme. Das versuchten auch die Schauspieler bei der Präsentation: Alle klagten auf Knopfdruck über die Unerträglichkeit des Einkaufens, Kessler meinte sogar, er leide unter einem Trauma, weil seine Eltern mit ihm „vorzugsweise sonntags und nur so zum Gucken“ in die Stadt gefahren seien. Pastewka behauptete, mittlerweile nur noch übers Internet einzukaufen; betonte allerdings zugleich seine Unfähigkeit, mit Computern umzugehen. Dabei spielt er bei seinem ersten richtigen Theaterengagement einen Computerfachmann. Man werde aber sehen, dass er eben dies nicht sei. Theaterspielen könne er übrigens auch nicht. Herbst beruhigte: „Wir ziehen dich mit durch, Basti, gemeinsam schaffen wir das.“ Pastewka, Herbst und Kessler, die in Köln im selben Haus wohnen, wollten seit Längerem gemeinsam auf die Bühne. Als das Angebot für „Männerhort“ kam, haben sie sofort zugesagt. Und Tonkel, mit Herbst befreundet, war als vierter Mitspieler ebenso schnell überzeugt. Am 27. November ist Premiere im Theater am Kurfürstendamm, und dabei, verhieß der Regisseur Andreas Schmidt , werde nicht nur Spaß gemacht: „Wir legen ja auch ernsthafte Probleme frei.“chr

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