Berlin : Vier Persönlichkeiten

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wird 1763 als älteste Tochter des Philosophen Moses Mendelssohn geboren. 1783 heiratet sie einen Jenaer Bankier und bekommt zwei Söhne. 1796 lernt sie den zehn Jahre jüngeren Friedrich Schlegel kennen und verlässt ihre Familie, um mit ihm zusammenzuleben, was zu der Zeit ein Skandal ist. Schlegel schrieb darüber den Roman „Lucinde“. Sie selber veröffentlicht nur einen Roman, „Florentin“. Nach Schlegels Tod 1829 zieht sie nach Frankfurt am Main, wo sie am 3. August 1839 stirbt.

Caroline von Humboldt kommt im Jahr 1766 in Minden als zweites Kind des preußischen Kammerpräsidenten Karl Friedrich von Dacheröden zur Welt. Sie ist klug und selbstbewusst und wird in der GoetheZeit zu einer profilierten Frauenpersönlichkeit. Sie heiratet den Politiker und Schulreformer Wilhelm von Humboldt, den Bruder des Naturforschers Alexander. Während ihr Mann in Rom, Wien und London Karriere macht, führt sie ein offenes Haus für Künstler. 1819 zieht das Paar nach Berlin, wo Caroline von Humboldt 1829 stirbt.

Gertrud Kolmar kommt 1894 in Berlin als älteste Tochter des jüdischen Rechtsanwalts Ludwig Chodziesner zur Welt. Sie ist eine Cousine Walter Benjamins. Von der Mutter erbt sie die Liebe zur Kunst. Sie wird Dichterin, doch zu ihren Lebzeiten wird nicht viel publiziert. Ihr einziger Roman „Eine Mutter“ erscheint 1965 aus ihrem Nachlass. Unter den Nazis verlässt die Familie Berlin, Gertrud bleibt mit dem alten Vater zurück. Dieser wird 1942 nach Theresienstadt deportiert und ermordet, sie selbst kommt 1943 in Auschwitz um.

Helga Hahnemann wird 1937 in Berlin geboren. In den 50er Jahren studiert sie an der Staatlichen Schauspielschule in Ost-Berlin, geht als Kabarettistin nach Leipzig und zum Fernsehen. Sie wird zum Star, mit ihrem ganz eigenen Tonfall, ihrem Humor. Sie moderiert den „Kessel Buntes“ und landet Hits mit dem „Berlin-Lied“ (zur 750-Jahr-Feier) oder „Jetzt kommt die Süße“. 1991 stirbt sie an Krebs. Seit 1995 wird im Gedenken an sie der Publikumspreis „Die Goldene Henne“ an Personen des öffentlichen Lebens vergeben.

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