Berlin : Vier Sterne für das liebe Vieh

In Schönefeld bei Beelitz bietet das „Pfötchenhotel“ jeden Luxus für Haustiere, deren Besitzer in Urlaub sind

Anne Seith

Beelitz. Das Hotelzimmer hat eine traumhafte Aussicht. Doch die Labrador-Hündin Kim interessiert sich im Moment wenig für die Weizenfelder und die riesigen Birken vor dem Fenster. Mit einem zufriedenen Schnaufen rollt sie sich in dem Korb in der Ecke zusammen, legt den Kopf auf die Pfoten und schließt die Augen.

Kim ist einer der ersten 15 Gäste des „Pfötchenhotels“ in Schönefeld bei Beelitz, das am 2. Juli in Beelitz in Betrieb ging. 220 Haustieren bietet das am Waldrand gelegene Areal mit den roten Backsteinbauten derzeit Platz. Ab 4. Oktober, nach der offiziellen Eröffnung, soll es Raum für 500 Tiere geben, die für ein gutes Gewissen der Besitzer aufbewahrt werden, wenn diese in Urlaub sind.

Der Service des Hotels ist im Wortsinne „tierisch gut“. Für An- und Abreise gibt es einen eigens umgebauten Bus mit flauschig ausgepolsterten Einzelkabinen. Die Tiere schlafen in richtigen Zimmern. Die Mahlzeiten werden individuell zusammengestellt, egal ob eine Diätmischung mit Äpfeln und Möhren oder saftiges Fleisch gewünscht wurde.

Die ersten 156 Bewohner des Hotels jedenfalls scheinen sich hier wohl zu fühlen. Kim wohnt zusammen mit einer weiteren Labradorhündin, Tessa. „Wir empfehlen die Unterbringung im Dopppelzimmer, damit die Hunde nicht so allein sind“, sagt Ute Seemann, die Personalchefin des Tier-Hotels. Je 28 Euro zahlen die Besitzer von Kim und Tessa pro Nacht. Der Preis richtet sich nach der Größe, dem Gewicht und auch der Fell-Länge der Gäste. Denn auch davon hängt der Pflegeaufwand ab.

Die Zwergkaninchen Swatchie und Kicki zum Beispiel haben sich schon an ihr Ferienquartier gewöhnt; die beiden sind die ersten Bewohner des Kleintierbereichs „Pfötchencity“, in dem 20 große Holzverschläge mit geschnitzten Dachgiebeln nebeneinander stehen. „Wir legen vor allem Wert auf artgerechte Unterbringung“, sagt Ute Seemann. Die Kaninchen-„Wohnungen“ sind dick mit Streu und Stroh gepolstert, in den Katzenzimmern steht natürlich ein Kratzbaum – und ein Aquarium mit Kleinfischen: zur Unterhaltung. Die Türen der Zimmer für Katzen und Hunde sind aus Glas, damit die Tiere sehen können, was im Gang davor geschieht. Die Volieren für das Vogelhaus seien in Übersee bestellt worden, so Seemann: Da gebe es die schönsten und geräumigsten. Auch „Appartements“ bietet das Hotel an, falls mal eine ganze Katzenfamilie kommt. Für Hunde gibt es ein ganztägiges Animationsprogramm.

Die Beschäftigung dient nicht zuletzt dazu, dass die Tiere die Trennung von Herrchen oder Frauchen besser verkraften. Das Konzept funktioniert, wie ein Blick in eine der Hunde-Auslaufflächen zeigt: Drei Hunde spurten Ute Seemann mit freudigem Schwanzwedeln entgegen, als sie das Gittertor öffnet. Von Heimweh offenbar keine Spur. 18 Ausläufe mit zusammen 49 000 Quadratmetern Fläche wird es geben, wenn alles fertig ist. Ist es draußen zu kalt, weichen die Pfleger mit den Tieren in eine 250 Quadratmeter große Hundesporthalle aus. Ein Schwimmbad für Hunde gibt es übrigens auch.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben