• Viereinhalb Jahre Haft für Informatiker trotz Nutzung "aus rein therapeutischen Zwecken"

Berlin : Viereinhalb Jahre Haft für Informatiker trotz Nutzung "aus rein therapeutischen Zwecken"

kf

Elf Jahre hatte er sein Geld als Informatiker verdient, 1997 sattelte der Diplom-Ingenieur schließlich um - ins Hanfgeschäft im großen Stil. Es fing an mit einem recht kleinen Feld in Weiningen, dann kam eines in Zizers hinzu, später eins in Luven. Als Robert Sch. festgenommen wurde, ließ der 42-jährige Familienvater in der Schweiz Hanf auf über zehn Hektarn anbauen. Vor dem Berliner Landgericht wurde Robert Sch. dann gestern zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt.

Der Anbau des Krautes war legal. Die Gesetze überschritt Robert Sch. allerdings, als er die Ernte - Cannabissamen und Haschisch - in Deutschland weiterverkaufte. Laut Staatsanwaltschaft hielt man sich nicht mit kleinen Lieferungen auf: 30 Kilogramm wog die erste Sendung, 28 Kilogramm die zweite, 23 Kilogramm die dritte. Geliefert wurde unter anderem nach Singen, Freiburg, Pforzheim und Wuppertal. Das Hanfhaus in Berlin nahm einmal 24 und einmal 26 Kilogramm Cannabissamen entgegen. "Der Angeklagte wußte, dass sie zum Zwecke des Anbaus verkauft und bestimmt waren", sagt der Staatsanwalt. 350 000 Mark soll Robert Sch. auf diese Weise verdient haben. Mit dem Geld finanzierte Robert Sch. seinen Lebensunterhalt, Lagerhallen und die laut Anklage "zahlreich bei ihm arbeitenden sogenannten Erntehelfer".

Glaubt man den Worten von Robert Sch. kam er nicht aus Geldgier oder Genusssucht zum Hanf, "sondern aus rein therapeutischen Zwecken". Er leide seit Jahren an Darmkrebs und Neurodermitis und habe sich mit den Extrakten der Hanfpflanze weitgehend selbst therapiert. Einen Teil der Ernte soll er dem Verein "Cannabis für Medizin" unentgeltlich überlassen haben. "Es geht nicht darum, dass ein Kranker den High-Effekt erreicht", sagt der 42-Jährige. Vielmehr verfüge die Hanfpflanze über "60 wichtige pharmazeutische Substanzen".

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