Berlin : Villa Kunterbunt

Neues Familienzentrum im Kiez um die Brunnenstraße eröffnet

Laura Blecken

„Wir sind anders als ihr, na und? Das macht das Leben eben bunt“ – um ein bunt gestrichenes Haus zu eröffnen, ist solch ein Lied genau richtig. Rund 30 Vier- und Fünfjährige sangen es am Montag in der Wattstraße 16, begrüßten so die gut 50 Gäste, die in das neue Familienzentrum im Kiez rund um die Brunnenstraße in Gesundbrunnen gekommen waren. Auch Christian Hanke (SPD), Bezirksbürgermeister von Mitte, war erschienen, saß in der ersten Reihe und nickte im Takt. „Es ist toll zu sehen, wie viel Power hier ist, vor allem in den trostlosen Zeiten der Haushaltskonsolidierung“, freute er sich.

Das bunte Haus in der Wattstraße soll Anlaufstelle für Familien in der Umgebung werden. Hier stehen ihnen die Brunnenkiezmütter – gewissermaßen das Weddinger Pendant zu den Neuköllner Stadtteilmüttern – beratend zur Seite, auch eine ausgebildete Sozialpädagogin wird hier regelmäßig Fragen beantworten. „Es gibt hier einen großen Beratungsbedarf zum Thema Bildung“, sagt Martina Spitzl, Geschäftsführerin von Pfefferwerk Stadtkultur, das dieses neue Projekt ins Leben gerufen hat. Langfristig wolle man hier auch Sprachkurse für Migranten anbieten, ansonsten sei das Familienzentrum einfach ein Ort, um sich in der Nachbarschaft zu treffen.

Die Idee zum Familienzentrum entstand vor drei Jahren in der angegliederten Kindertagesstätte Wattstraße. Rund 97 Prozent der Kitakinder dort haben einen Migrationshintergrund. „Die Eltern fassen über ihre Kinder schnell Vertrauen zu den Erziehern und kommen dann mit ihren Fragen an“, sagt Spitzl.

Der Bau des Familienzentrums kostete rund 400 000 Euro, größtenteils finanziert über das Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“. Da damit aber nur projektorientiert gefördert wird, muss das Pfefferwerk weitere Träger finden, um den laufenden Betrieb zu unterhalten. Es sei schon sehr zeitaufwendig, Träger zu finden, sagt Spitzl, „deshalb sind seit Antragsstellung bis jetzt drei Jahre vergangen.“

Auch Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) war gekommen. Gerade angesichts der Diskussionen auf Bundesebene um die Städtebaufördermittel sei das neue Familienzentrum ein wichtiger Schritt, sagte sie: „Das wirkliche Leben ist hier.“ Laura Blecken

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