Berlin : Vita backt Brot ganz wie früher

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Neben den Branchenriesen stellen auf der Grünen Woche auch Hunderte Kleinunternehmer aus. Viele von ihnen haben tolle Ideen und stecken viel Liebe in ihr Produkt. So jemanden stellen wir jeden Tag vor. Heute: Vita Stankeviciene, 54, Bäckerin aus Daujenai in Litauen.

Die Wende in Vitas Stankevicienes Leben kam mit der Hochzeitstorte. Das war vor acht Jahren. Es war nicht Vitas Hochzeit, und die Torte hat sie damals nur probiert. Aber sie fand sie so gut, dass sie um das Rezept bat und sie nachbuk. Zuerst für die Familie, dann für die Nachbarn, schließlich für den ganzen ländlichen Bezirk. Da beschloss Vita Stankeviciene, den Job als Buchhalterin hinzuwerfen und Bäckerin zu werden.

46 Jahre alt war die Litauerin damals. In einer Woche war das neue Gewerbe angemeldet; in Litauen geht das schnell. Aus dem Tagebuch der Mutter hatte Vita sich Rezepte für das dunkle kräftige Landbrot abgeschrieben, das ganz leicht nach Anis duftet, für glasiertes Gebäck in Form kleiner Pilze und für Honigkuchen. Sie begann mit einem gebrauchten Ofen in der eigenen Küche, später buk sie im Keller weiter. Erst vor kurzem hat sie viel Geld in eine Erweiterung hinter dem Haus gesteckt und noch mehr Hilfen eingestellt, jetzt sind es 70. Neulich war sogar der Präsident zu Besuch. Er war neugierig: Wer schafft in einem Dorf mitten auf dem Land so viele Arbeitsplätze?

Vita Stankevicienes Brote sind in Litauen schnell bekannt geworden. Als eine der ersten hat sie sich dem ÖkoGütesiegel „Tatula“ angeschlossen und verwendet weder chemische Stoffe noch Konservierungsmittel. Außerdem mögen ihre Kunden, dass Vitas Brot nicht nur so schmeckt wie früher, sondern auch so entsteht: In Holzfässern säuert der Teig vor, bevor er in den Ofen kommt. Wer’s probieren möchte: Die Bäckerin hat eine ganze Wagenladung mitgebracht. rcf

Vita Stankeviciene ist in Halle 8.2 zu finden, an Litauens Stand 01. Brot kostet 2,60 Euro, 350 Gramm Honigkuchen 2,30 Euro.

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