Berlin : Vivantes baut

Im Hellersdorfer Klinikum entsteht ein Gebäude für die Erwachsenen-Psychiatrie

Franz Nestler

Ein Krankenhausgebäude kann man sich schöner vorstellen: Im Klinikum in Hellersdorf bröckelt der grau-braune Putz an den zweistöckigen Gebäuden und die Farbe an den Fensterrahmen blättert ab. Kein Wunder, dass der kommunale Klinikkonzern Vivantes einen Neubau plant. Aber die Optik ist nicht der Hauptgrund für den Neubau: Wenn alle Bauarbeiten 2014 abgeschlossen sind, sollen jährlich bis zu 28 Millionen Euro an Betriebskosten gespart werden, sagte Vivantes-Geschäftsführer Joachim Bovelet gestern auf einer Pressekonferenz.

Im ersten Bauabschnitt ab dem Spätsommer 2009 soll ein neues Gebäude für die Psychiatrie entstehen, die momentan noch am Brebacher Weg untergebracht ist. Von den insgesamt 33 Klinik-Gebäuden an diesem Standort wurden bereits 15 für rund 3,5 Millionen Euro verkauft. Neun Gebäude werden aktuell noch genutzt, die restlichen Häuser sollen auch veräußert werden, wenn der Neubau 18 Monate später fertig ist.

Die Entwürfe dazu stammen von den Architektenbüros Hascher-Jehle und Monnerjan-Kast-Walter. Ziel war laut den Planern, „keine Klinikmaschine zu bauen, sondern Pavillons locker bebaut mit der Natur zu verflechten.“ In den zwei bis dreigeschossigen Bauten werden großzügige Innenhöfe angelegt, in denen sich die Patienten aufhalten können. Das lässt sich Vivantes nach eigenen Angaben immerhin rund 23 Millionen Euro kosten. Weichen werden dafür unter anderem das Heizhaus, das kaum noch benötigt wird, und die alten Bunker, die noch aus der Anfangsphase des Klinikums während des Zweiten Weltkriegs stammen. Auch einige nicht benötigte Klinikgebäude werden abgerissen.

Im zweiten Bauabschnitt ab 2011 sollen dann noch einmal bis 2014 zwei Gebäude neu errichtet werden. Die Gesamtkosten von rund 55 Millionen Euro sollen durch Eigenmittel und Kredite finanziert werden. Man hoffe aber auch noch auf Fördermittel durch das Land Berlin, sagte Bovelet.

Die Zukunft des Geländes kann man schon im neuen Anbau am Haupthaus 7 sehen, der gerade eröffnet wurde. Hier werden unter anderem die Patienten der Radiologie und der Endoskopie in einem modernen Glasneubau mit hellen Orangetönen begrüßt. Franz Nestler

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben