Vogelgrippe : Berliner Vögel müssen hinter Gitter

In Berlin gibt es rund 7000 gemeldete Geflügeltiere. Bis spätestens Samstag müssen sie vor dem Kontakt mit Wildvögeln geschützt sein. Auch in Zoo und Tierpark wird eifrig nach Lösungen gesucht.

Berlin - Nach der Vogelgrippe-Eilverordnung des Bundesumweltministeriums muss Berliner Geflügel spätestens an diesem Samstag hinter Gittern sitzen. «Wenn jemand nur drei Hühner und keinen Stall hat, muss er für eine überdachte Voliere mit Maschendrahtzaun sorgen», sagte Roswitha Steinbrenner, Sprecherin der Senatsgesundheitsverwaltung am Donnerstag. Wichtig sei, dass die Haustiere weder mit Wildvögeln noch mit deren Exkrementen in Kontakt kämen.

Auch der Zoologische Garten und Tierpark Friedrichsfelde sowie das Tierheim Berlin-Hohenschönhausen sind von vom bundesweiten Geflügel- Freilaufverbot betroffen. Als Vorsorgemaßnahme gegen die mögliche Einschleppung der Vogelgrippe hat der Zoo damit begonnen, alle Enten, Gänse, Hühner und artverwandte Tiere einzufangen, sagte Tierarzt Andreas Ochs. Sie sollen im Hühnerhaus und in der Fasanerie untergebracht werden. Für die Tiere, die frei im Zoo herumfliegen, haben die Experten noch keine Lösung gefunden. Im Tierpark wurde am Donnerstag über das weitere Vorgehen beraten.

Tierheim-Geschäftsführer Michael Begall teilte mit, dass neu abgegebenes Federvieh nicht mehr im Freigehege untergebracht wird. Die Außenvolieren für Vögel würden mit Planen oder durchsichtigen Platten überspannt, so dass von oben keine möglicherweise infizierten Zugvögel eindringen könnten. Für die Betreuung kranker Schwäne erwägt das Tierheim, Ausnahmegenehmigungen für die Pflege und Aufzucht in Freilufthaltung zu beantragen.

Enten in Berliner Park-Teichen werden nicht eingefangen. «Das sind keine Haustiere, die einen Dauerkontakt zu Menschen haben», sagte Sprecherin Roswitha Steinbrenner. Spaziergänger sollten den Behörden aber auf jeden Fall melden, falls sie verendete Vögel in den Parks finden. Noch gebe es aber keinerlei Anzeichen dafür, dass das Vogelgrippe-Virus in die Region kommt.

Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) hatte am Mittwoch per Eilverordnung das Freilaufverbot für Geflügel erlassen. Die Maßnahme erfolgte, nachdem der gefährliche Vogelgrippe-Erreger H5N1 im europäischen Teil Russlands nachgewiesen wurde. Aus dem Bereich südlich von Moskau ist auch mit Zugvögeln Richtung Westeuropa zu rechnen. Die «Stallpflicht» für deutsches Geflügel gilt bis zum 15. Dezember. Zu diesem Zeitpunkt haben Zugvögel, die das Virus übertragen können, ihre Ziele erreicht. (tso/dpa)

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