Berlin : Volker Hassemer ist stolz auf die "offene Stadt" und das Expo-Projekt Berlin

Lothar Heinke

Volker Hassemer guckt so ernst, wie er immer guckt, wenn er etwas Zukunftsweisendes sagt: "So einen Schritt ins neue Jahrhundert wie heute werden wir in hundert Jahren nicht mehr erleben, und der nächste Jahrhundertwechsel wird dagegen geradezu fad sein." Oder, fast noch besser: "Es ist nirgends so schön, sich von diesem Jahrhundert zu verabschieden, und es ist nirgends so spannend, das neue Jahrhundert zu begrüßen - wie in Berlin." Wir gehen also wieder einmal einem wichtigen Jahr entgegen. In unserer "Menschenwerkstatt" (Heinrich Mann, 1920) ist 2 000 schwer was los, und "nur Berlin hat der Welt eine neue Stadt anzubieten". Sie wird dem Rest der Welt ihr schönstes Lächeln zeigen. Gestern präsentierten "Partner für Berlin"-Geschäftsführer Volker Hassemer und Festspiel-Chef Ulrich Eckhardt eine Auswahl der wichtigsten Ereignisse, die Berlin als Magnet im kommenden Jahr zu bieten hat. Der Kalender beginnt mit dem Neujahrslauf am Brandenburger Tor am 1. Januar, er verzeichnet diverse Bälle, das 89. Sechs-Tage-Rennen, den "Schauplatz Museum" mit der 7. Langen Nacht der Museen am 29. Januar, die Grüne Woche (14. bis 23. 1.), und dann kommen schon die Knüller: eine Leonardo-da-Vinci-Ausstellung im Martin-Gropius-Bau (ab 29. Januar) und die 50. Filmfestspiele, die vom 9. bis 20. Februar die Film-Welt in Atem hält, zumal sie am neuen Ort gefeiert wird, im Musical-Theater, bei Daimler und Sony am Potsdamer Platz, der sichtbare Ausdruck für das neue Berlin ist: 20 000, sagt Ulrich Eckhardt, hätten sich schon akkreditiert, und Volker Hassemer meint, der Star sei eben der neue Potsdamer Platz - und die Stadt.

"Die Welt zu Gast in Berlin" ist das Motto für die Monate März / April mit der ITB (11. bis 15. März), einer Polnischen Woche (12. bis 19. März), der Eröffnung des neu gestalteten, historischen Postmuseums, einem einmonatigen Kurt-Weill-Fest im Schauspielhaus, mit Staatsopern-Festtagen und dem 20. Halbmarathon am 2. April. Im Berlin-Monat Mai mit dem 37. Theatertreffen steht eine Ausstellung "z.B. Berlin" auf dem Programm, vor allem aber Profesor Eckhardts Favorit, die Schau "Sieben Hügel - Bilder und Zeichen des 21. Jahrhunderts" ab 14. Mai im Martin-Gropius-Bau.

"Schaustelle Berlin" nennt sich der reichhaltige Sommer. Wieder kann jeder mit dem Brevier "Berlin, offene Stadt" auf Entdeckungstouren gehen. Im Neuen Museum, noch halb Ruine, wird es eine Architekturausstellung geben, mit "Urban 21" tagt die Weltkonferenz der Städte in Berlin, aber der eigentliche Höhepunkt ist, mal abgesehen von einem Konzert der Philharmoniker mit den Scorpions in der Waldbühne, die Expo. Ganz Berlin sei ein "externer Pavillon der Expo", wer schon einmal in Hannover sei, soll doch bitte auch in die Hauptstadt kommen - die Fahrt von 90 Minuten ist auch nicht viel länger als eine Tour mit der S-Bahn quer durch Berlin.

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