Berlin : Volksbegehren für Hortkinder

Kita-Landeselternausschuss legt nach: Betreuung an Schulen soll besser werden

Der Landeselternausschuss Kita (Leak), der auch das Kita-Volksbegehren initiiert hatte, will ein weiteres Volksbegehren zum Thema Schulhorte auf den Weg bringen. Ziel sei, den Personalschlüssel im Hortbereich zu verbessern. Dieser liege momentan bei 1:22, sagte der Vorsitzende Burkhard Entrup auf einer Sitzung des Landeselternausschusses (Lea). Weitere Forderungen seien der Rechtsanspruch auf einen Hortplatz und die Integration von behinderten Kindern. Die Kosten für die Umsetzung dieser Ziele werden von den Initiatoren auf 80 Millionen Euro geschätzt.

Der Landeselternausschuss hingegen will sich vorerst nicht am geplanten Begehren beteiligen. Die Initiative greife zu kurz und setze falsche Schwerpunkte, sagte der Vorsitzende André Schindler am Freitag. Man wolle zunächst eine eigene „Prioritätenliste“ erarbeiten. Es gebe wichtigere Themen wie etwa Defizite in der organisatorischen und qualitativen Situation an Grundschulen. Das Risiko eines Hort-Volksbegehrens sei hoch, und „manchmal kann man auf anderen Wegen mehr erreichen“, sagte er.

Roland Kern vom Dachverband der Kinder- und Schülerläden (DaKS) hingegen sagte dem Tagesspiegel, der Verband „sagt zu allen Forderungen klar Ja“. Der Personalschlüssel habe sich erst vor einigen Jahren von 1:16 auf 1:22 verschlechtert. Die Gruppengröße in den Horten, in die Kinder von der ersten bis zur sechsten Klasse gehen, lasse eine qualitativ hochwertige Ganztagsschule nicht zu. Der Verband werde das Begehren unterstützen.

Auch Klaus Schroeder von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sagte, die Situation in den Horten sei so dramatisch, dass Verbesserungen dringend notwendig seien. „Wenn nun wirklich ein neues Volksbegehren kommt, finde ich das richtig“, sagte er.

Das Volksbegehren für Kita, das der Leak im Februar 2008 initiierte, hatte dazu geführt, dass der Senat im Oktober 2009 die meisten Forderungen erfüllte. So sollen nun schrittweise mehr Erzieher eingestellt werden, außerdem sollen Kinder einen Rechtsanspruch auf sieben Stunden Kita haben. pth

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