Berlin : Volkshochschulen: Geldsegen zugunsten Integration

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Einen unverhofften Geldsegen gab es gestern für die Volkshochschulen (VHS). Wie die Senatsschulverwaltung mitteilte, hat das Bundesarbeitsministerium 10 Millionen Mark für die Kurse "Deutsch für Ausländer" bewilligt. "Wir haben sehr kurzfristig davon erfahren", hieß es gestern dazu in der Schulverwaltung. Allerdings ist das Geld nicht nur für Berlin, sondern ganz Deutschland bestimmt.

Noch kurz zuvor hatten der Leiter der Neuköllner Volkshochschule, Leopold Bongart, und die Ausländerbeauftragte des Berliner Senats, Barbara John, gegenüber Journalisten erklärt, dass die Nachfrage nach diesen Kursen bei weitem das Angebot übersteige. In den ersten Tagen des Herbstsemesters 2001 hätten sich allein in sechs Bezirken mehr als 6000 Teilnehmer angemeldet. Die VHS seien an die Grenzen ihrer Kapazitäten angekommen. Viele Interessenten hätten abgewiesen werden müssen.

Nach Angaben der Senatsschulverwaltung können jetzt alle vom Sprachverband "Deutsch für Ausländer" beantragten Kurse bewilligt werden. Mit den zusätzlichen Angeboten könnten alle in Berlin lebenden Ausländer, die das wünschen, nun einen Sprachkurs besuchen, hieß es wenige Stunden später. In der Senatsschulverwaltung war man sich sicher, dass die gesamten 10 Millionen den Berliner VHS zu Verfügung stünden.

Barbara John zeigte sich überrascht und erfreut über diese hohe Summe. Allerdings konnte sie nicht abschätzen, ob das Geld alle Bedürfnisse der VHS abdecken wird. Leopold Bongart sprach in der gemeinsamen Pressekonferenz auch davon, dass viele Lehrer nicht mehr bereit seien, unter den jetzigen Bedingungen an den Volkshochschulen zu arbeiten. Die überwiegende Mehrzahl arbeite auf Honarbasis, in unsicheren Arbeitsverhältnissen und schleppe sich von Halbjahr zu Halbjahr.

Das Bundesarbeitsministerium erklärte schließlich, warum das Geld so kurzfristig bewilligt wurde. Das seien Ausgabereste aus dem Vorjahr. Die Summe sei jedoch für alle VHS in Deutschland gedacht. Die Senatschulverwaltung hieß es, dass man sich auch bereits über weniger Geld gefreut hätte. Wieviel Geld Berlin erhält, konnte keiner der Beteiligten sagen.

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