Berlin : Voll integriert

-

VON TAG ZU TAG

Sigrid Kneist wundert sich über

die Ignoranz der Ausländerbehörde

Na also, es geht doch. Die zwölfjährige Elvira darf in Berlin bleiben. Sie wird nicht abgeschoben. Jede andere Entscheidung des Innensenators wäre auch kaum zu vertreten gewesen. Das Mädchen aus der Ukraine schaffte es in kürzester Zeit, perfekt die deutsche Sprache zu lernen, erfolgreich in der Schule zu sein, so dass alle Lehrer voll des Lobes sind und der Weg aufs Gymnasium vorgezeichnet ist. Elvira, die mit ihrer ukrainischen Mutter und deren deutschem Lebenspartner in einer Patchwork-Mittelstandsfamilie mit insgesamt vier Kindern lebt, stellt ein Musterbeispiel für die erfolgreiche Integration in die deutsche Gesellschaft dar. Solche Kinder und Familien braucht eine Stadt, in der sich die sozialen Probleme immer mehr häufen.

Die Ausländerbehörde versteifte sich jedoch auf formale Gründe und wollte die Zwölfjährige zur Ausreise zwingen. Alleine sollte sie das Land verlassen. Ohne Mutter. Humanitäre Gründe, davon abzusehen, mochte das Amt zunächst nicht erkennen. Über die Ignoranz und Hartherzigkeit kann man sich nur wundern. Denn bei jedem Verwaltungshandeln gibt es im Einzelfall einen Ermessensspielraum. Sonst bräuchte man die Menschen in der Behörde nicht, sondern könnte alles vom Computer bearbeiten lassen. Dieser Fall sah beinahe schon danach aus.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar