Berlin : Volle Leistung

Verbrauch von Fernwärme und Gas um fast 50 Prozent gestiegen. Heizöl wird langsam knapp

Klaus Kurpjuweit

Die Gasag und der Stromkonzern Vattenfall (Bewag) haben in der Kälte der vergangenen Tage ihre Produktion kräftig gesteigert. Sorgen, dass die Vorräte zur Neige gehen könnten, machen sich die Unternehmen aber nicht. Heizöl könnte dagegen knapp werden. Viele Händler sind für die nächsten Tage schon ausgebucht. Die Zahl der so genannten Kaltsteller – Hausbesitzer mit leerem Tank – sei selten so hoch gewesen wie derzeit, sagte ein Händler. Die Preise steigen seit Beginn der Kälte und werden wohl weiter klettern.

Vattenfall schickt erheblich mehr heißes Wasser durch die Fernwärme-Rohre. 3350 Megawatt sind es in diesen Tagen, bei Temperaturen um den Gefrierpunkt seien es nur rund 2300 Megawatt, sagte Vattenfall-Sprecher Olaf Weidner. Damit hat Vattenfall die Produktion um rund 45 Prozent gesteigert. Die Kapazität liege bei über 5000 Megawatt, so Weidner. Kohle- und Gasvorräte für die Kraftwerke seien noch ausreichend vorhanden.

Dies bestätigt auch Klaus Haschker von der Gasag. Normal wäre jetzt zwar ein Gasverbrauch von etwa 9,4 Millionen Kubikmetern, die Verbraucher fordern derzeit aber rund 14 Millionen Kubikmeter ab: 48 Prozent mehr als gewöhnlich. Doch Russland und Norwegen lieferten zuverlässig – unabhängig von den Temperaturen, heißt es bei den Gasversorgern. Trotz der größeren Nachfrage bleiben die Preise vorerst unverändert.

Aufpassen muss man auf dem Eis. Weil ein auf dem Grund des Müggelsees liegendes Wasserrohr geplatzt ist, hat sich durch das aufsteigende Wasser ein Loch im Eis gebildet. Die Polizei befürchtet weitere Risse und warnt vor dem Betreten der Eisfläche. Zu viel Eis in der Spurrille des Gleises gab es für eine Straßenbahn in Hohenschönhausen – sie entgleiste.

Erwärmt hat die Tagesspiegel-Leser gestern der Bericht über Polizisten, die Kleider für Obdachlose sammeln. Viele Leser wollen sich beteiligen. Sie können sich unter der Telefonnummer 7420 3012 melden.

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