Berlin : Vollprogramm aus dem Container

Die Werbeagentur Platoon wohnt mobil, damit sie weiterkommt

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Zwei olivefarbene Container auf einer öden Fläche. Was woanders den Sperrmüll auf den Plan ruft, lockt in Mitte Kunstsinnige und Touristen an. Könnte ja hip sein. Ist aber nur ein Büro. Darin die Firma Platoon, vier junge Leute zwischen 20 und 40 aus Werbung, PR, der Radio- und der Filmbranche. Als Platoons werden im Militär kleinste, selbstständige Einheiten bezeichnet. So sieht man sich selbst. Deshalb habe man die Container auch in Tarnfarbe angemalt, sagt Christoph, Mitbegründer der Agentur. Hinter den Stahlwänden darf’s dann aber auch bunter sein. Aktuelles Projekt ist eine Mobilisierungskampagne der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, davor war man unter anderem bei einem Zitty-Wettbewerb beteiligt, oder hat eine Werbung für die Hypovereinsbank kreiert. Kein Auftrag, nur so. Steht auf der Homepage in der Rubrik „manoever“.

Der Container ist die Lösung zur Mietfrage. Statt – wie sonst branchenüblich – große Fabriketagen zu mieten, die dann auch teuer sind: „Jetzt müssen wir in den Containern überhaupt keine Miete mehr zahlen und sind dort, wo man die Leute auf der Straße erreicht“, sagt Christoph. Dafür ist es ziemlich eng, was ungewohnt ist für die vier vom Team. Besprechungen und Pausen sind dann nur noch im Café möglich. Aber für die gewonnene Freiheit nehme man räumliche Entbehrungen gerne in Kauf. Und wenn ihnen der Rummel in Mitte zu viel wird, können sie jederzeit umziehen. Das Verladen per Kran und der Transport dauere nicht länger als vier Stunden.

Aber erst einmal will Platoon in Mitte bleiben und zeigen, was die multimediale Subkultur in Berlin noch alles zustande bringt. Dabei sehe man sich weniger als klassischen Dienstleister, sondern vielmehr als Anbieter eines kreativen Vollprogramms. Dem neuen Wirtschaftssenator könne man eine Imagekampagne ebenso verpassen, wie der Stadt ein Investorenanlockprogramm. krau

Weitere Informationen im Internet

www.platoon.org

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