Berlin : Vom Asphalt zurück zur Natur Auf der Entlastungsstraße

wachsen jetzt Sträucher

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„Nach dem Zweiten Weltkrieg war das hier alles ein Acker“, sagt Christoph Hartmann. Der mit der Wiederbegrünung der Fläche der ehemaligen Entlastungsstraße beauftragte Landschaftsbauer steht im Tiergarten und schaut auf das neu bepflanzte Rondell um den Floraplatz. Acker, im wahrsten Sinne des Wortes: Als der Bürgermeister Ernst Reuter 1949 die erste Linde pflanzte, standen nur noch 700 Bäume im Park, auf der Brachfläche wurde Feldarbeit betrieben.

Jetzt ist auch der Abschnitt wieder grün, auf dem die 1961 gebaute Entlastungsstraße verlief, die durch die Eröffnung des Tiergartentunnels im März dieses Jahres überflüssig wurde. 32 Bäume und 1500 Quadratmeter Sträucher wurden in den vergangenen drei Monaten gepflanzt, 600 Quadratmeter Wegfläche mit Mosaik gepflastert. Acht Millionen Euro habe die Wiederbegrünung gekostet, sagt Stephan Strauss, Leiter der Gruppe Landschaftsbau in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.

Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) lobte bei der gestrigen Eröffnung die Wiederbelebung der „historischen Fläche in historischer Gestalt“. Die jetzt realisierten Pläne waren nach historischem Vorbild und anhand von alten Fotos und Stadtplänen entstanden. Mit der Neubegrünung verschwinde auch ein Symbol für die Teilung Deutschlands, sagte die Senatorin. Die 1,2 Kilometer lange Entlastungsstraße war quer durch den Tiergarten als Ersatz für die durch den Mauerbau nicht mehr nutzbare Nord-Süd-Verbindung gebaut worden.

Restauriert wird derzeit auch das aufgrund seiner Form im Volksmund „Musikantenofen“ genannte Beethoven- Haydn-Mozart-Denkmal des Bildhauers Rudolf Siemering. 1996 wurde das 1904 in der Nähe des Floraplatzes aufgestellte und im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte Denkmal entfernt. Seit August 2006 steht es wieder an seinem ursprünglichen Platz am Goldfischteich, dem ehemaligen „Venusbassin“. Eine runde Million Euro kosten Restaurierung und Wiederaufbau. Zurzeit werden die fehlenden Putten ersetzt. Die letzten Arbeiten am Sockel sollen im Frühling 2007 abgeschlossen sein. mho

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