Berlin : Vom Garten zur Gasse

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So gepflegt wie auf diesem Bild sah der Judengang schon lange nicht mehr aus: ein lichter, grüner Korridor zwischen Senefelderplatz und Kollwitzplatz, an der Rückseite des jüdischen Friedhofs in Prenzlauer Berg. Seine Geschichte, die 1825 beginnt, als der Friedhof gebaut wurde, war lange vergessen. Damals war aus dem Feldweg schnell ein Nutzpfad geworden, dem die trauernden Juden folgen mussten, um den König auf dem Weg zu seinem Lustschloss in Niederschönhausen nicht zu stören. Später wurde der Korridor jahrzehntelang von Anwohnern als Garten genutzt, bis er schließlich wiederentdeckt und restauriert wurde. Gestern wurde der Abschluss der Arbeiten gefeiert: Alexander Brenner, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde, Bundestagspräsident Wolfgang Thierse und Senatsbaudirektor Hans Stimmann ließen sich über das Areal führen und erklären, worauf die 1,6 Millionen Euro von der Lottostiftung verwandt worden sind: Auf dem Friedhof wurde das Grab von Max Liebermann saniert, 50 Bäume wurden gepflanzt und Wege erneuert, und der Judengang ist nun geräumt und befestigt. Führungen soll es mit Rücksicht auf die Anwohner nur selten geben; wann, ist noch nicht entschieden. Den Friedhof darf man tagsüber von der Schönhauser Allee 22 aus betreten. rcf/Foto: Doris Klaas

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