Berlin : Vom Verkehr abgeschnitten

Hotels klagen über Sperrungen im Anhalter Bahnhof

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Früher stand hier einer der berühmtesten Bahnhöfe Europas, und das größte Hotel des Kontinents direkt daneben. Die Hotels sind zum Anhalter Bahnhof zurückgekehrt, doch der SBahnhof ist geschlossen, die Züge fahren ohne Halt durch. In einem Protestbrief an die Bahn fordern die Direktoren der sechs Hotels und Tempodrom-Chefin Irene Moessinger eine schnellere Sanierung der Station. Diese war bekanntlich am 10.August beim Brand eines Waggons beschädigt worden. Doch nun hat die Bahn angekündigt, dass die Sanierung elf Monate dauern soll, erst im Juli 2005 soll die in den 80ern zum Stadtjubiläum denkmalgerecht wiederhergestellte Station wieder glänzen. „Viel zu langsam“, kritisieren die Hoteldirektoren, die einen Brief an die Verkehrssenatorin und den S-Bahn-Chef geschrieben haben. „Mit Besorgnis betrachten wir die langwierigen Bauarbeiten“, heißt es in dem Schreiben.

Die Hotels werden dagegen Schlag auf Schlag eröffnet. Anfang November kommen drei Häuser der Accor-Gruppe in der Anhalter Straße dazu: Accor, Ibis und Etap. Anfang kommenden Jahres folgt das Express Holiday Inn in der Stresemannstraße. Im Frühjahr war das Mövenpick eröffnet worden. Zusammen sind das dann 1300 Betten, doppelt so viel wie einst das Excelsior hatte – das berühmt war für seinen direkten unterirdischen Bahnhofszugang. Nun fahren nur noch Busse. „Der Schienenersatzverkehr schreckt ab“, klagen die Hoteliers. Verblüfft über den Termin Juli 2005 sind Fahrgäste und Anwohner – schließlich hat das Feuer die tragende Konstruktion nicht beschädigt. Das haben Gutachter bestätigt. Direkt nach dem Feuer hatten S-Bahner eine rasche Wiedereröffnung angekündigt: „Das ist alles oberflächlich, den Ruß waschen wir ab.“ Doch das „Abwaschen“ dauert, 11000 Metallplatten müssen abgeschraubt, gesäubert und wieder montiert werden – einzeln per Hand.

Im Dezember will die S-Bahn immerhin provisorisch in einer Richtung im Anhalter Bahnhof halten. Wer aus der anderen Richtung kommt, müsste dann eine Station später aussteigen und mit dem Gegenzug zum Anhalter zurück fahren – ein mühseliges Unterfangen.

Die S-Bahn wollte gestern keine Stellung nehmen, da der Brief im Hause noch nicht bekannt sei. Ha

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