Berlin : Vom Walzwerk zum Park

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Ein stimmungsvolles Ölgemälde vom Walzwerk mit rauchenden Schloten, das Carl Blechen 1830 in Eberswalde gemalt hat, ist über zwei Seiten in dem Begleitbuch zur Landesgartenschau abgebildet. Die der romantischen Ansicht gegenübergestellte Fotografie von 1996 zeigt dagegen ein Bild des Verfalls. Heute präsentiert sich das restaurierte schneeweiße Gebäude als ein Schmuckstück der Landesgartenschau. So eindrucksvoll illustriert der Herausgeber die geschichtliche Veränderung der ersten Industrielandschaft Brandenburgs in eine öffentliche Parklandschaft. Christian Härtel verbindet Beiträge von fünf Historikern, Architekten und Stadtplanern geschickt mit rund 100 Abbildungen von zeitgenössischen Zeichnungen, Plänen, Fotos und historischen Ansichtskarten. Bei der Lektüre erschließt sich die Bedeutung eines „vergessenen Raumes“, wie dieser Teil des Barnimer Landes aus westlicher Perspektive gesehen wird. Und ohne die zusammenfassenden Hintergrundinformationen lässt sich die gelungene Neugestaltung der belasteten „postindustriellen“ Landschaft am Finowkanal in zweieinhalb Jahren gar nicht würdigen.

Wie die Zeitläufte das Land verändert haben, angefangen vom Dreißigjährigen Krieg, dem auch der erste Finowkanal zum Opfer fiel, bis hin zum Ausbau der Rüstungsindustrie und der Demontage nach 1945 ist ausführlich dargestellt. Lediglich die DDR-Epoche mit dem Aufbau des Walzwerks wird nur kurz angerissen. Im Serviceteil finden sich neben den Informationen zur Landesgartenschau auch Hinweise auf weitere Sehenswürdigkeiten in Eberswalde.Eva Stern

Christian Härtel (Hrsg.): Landschaftspark Finowtal, ein Industriegebiet im Wandel. be.bra Verlag, Berlin. 128 Seiten, 14,90 Euro.

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