Berlin : Von Christoph Stölzl

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Wie soll es der Stadt im kommenden Jahr ergehen? Wir haben Prominente gefragt. Ihre guten Wünsche für ein glücklicheres Berlin lesen Sie hier bis Weihnachten. Heute: Christoph Stölzl, CDULandeschef.

Wenn ich mir was wünschen dürfte, heißt ein wunderschöner Film-Song von Friedrich Hollaender aus dem Jahr 1931. Er fängt so an: Menschenskind,warum glaubst du bloß, grade dein Schmerz, dein Leid wären riesengroß? Wenn ich mir für Berlin was wünschen dürfte, dann wäre es die Rückkehr Berlins zu seiner eigentlichen Seele. Die ist im missvergnügten Räderwerk des Verteilungsstaates, zwischen Tarifen und Besitzständen irgendwo abhanden gekommen. Sie war lakonisch, unsentimental und illusionslos. Ich wünsche mir die Wiederkehr des echten Berliner Tons, den man in Deutschland früher auf Anhieb erkannte: nicht Dialekt, sondern Haltung. Wehleidige Moll-Töne gab’s da nicht, sondern eine Grundmelodie von fröhlicher Skepsis: Die Verhältnisse, die sind nicht so. Aber: Hoppla! Wir leben!

DAS TÄGLICHE TÜRCHEN

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