Berlin : Von Costa Rica nach Nepal in fünf Minuten

Heute ist Tag der offenen Botschaften: Die Veranstalter rechnen mit 10000 Besuchern und bieten Shuttles an

Sebastian Leber

Wer von Albanien genug gesehen hat, steht heute vor einer schwierigen Entscheidung: Links herum nach Sambia oder rechts herum nach Lesotho?

Insgesamt 33 Landesvertretungen beteiligen sich am diesjährigen „All Nations Festival“ und öffnen heute von 11 bis 18 Uhr ihre Türen. Für einmalig sieben Euro können Besucher dann von Botschaft zu Botschaft pendeln und die kulturellen Besonderheiten der einzelnen Länder kennen lernen. Und sich „schwarz ärgern, dass sie bisher noch nicht bei uns im Urlaub waren“, wie der Botschafter Guatemalas scherzhaft sagt.

Jede Landesvertretung hat ihr eigenes Programm zusammengestellt: In der Botschaft Bangladeshs können sich die Besucher ihre Gesichter mit Henna verzieren, in der Vertretung von Venezuela an einem Tanz-Workshop teilnehmen, bei den Luxemburgern Tombola-Preise gewinnen. Vor allem aber können die Besucher viel lernen: Wie Thailänder richtig massieren, wie Buddhisten in Nepal ihre berühmten Rollbilder anfertigen oder warum die Insel Mauritius den ausgestorbenen Vogel Dodo als Wahrzeichen gewählt hat. Malaysia bietet seinen Besuchern eine traditionelle Hochzeitszeremonie, Sri Lanka zeigt, wie man sich am bequemsten ein Sari-Gewand umwickelt.

Dazu bietet jedes Land seine traditionellen Speisen zum Kosten an: slowenische Süßigkeiten, gefüllte Maisfladen aus El Salvador, Nasi Goreng aus Malaysia. Zypern schenkt Koumantaria aus, einen der ältesten Weine der Welt.

Organisiert wird das Festival wie in den Vorjahren von der Berliner Gesellschaft für internationale Begegnung (BGiB). Hinter dem Namen verbirgt sich ein Team aus fünf ehrenamtlichen Helfern, die seit Anfang des Jahres in Kontakt zu den Botschaften stehen und die einzelnen Programmpunkte der Landesvertretungen miteinander abstimmen. Den Organisatoren ist es gelungen, für das diesjährige Festival gleich acht neue Botschaften zu gewinnen, darunter Marokko, Guinea und Mosambik. Mit dem Programm ist BGiB-Mitarbeiterin Angelika Hirschmann höchst zufrieden: „Um alles zu sehen, bräuchte man wahrscheinlich mehrere Tage.“

Damit die erwarteten 10000 Besucher möglichst viele der Botschaften besichtigen können, setzen die Veranstalter Shuttle-Busse ein (siehe Grafik). Auf vier Linien pendeln die Busse im Minutentakt – so dauere die Reise von Costa Rica nach Nepal gerade einmal fünf Minuten, versprechen die Veranstalter. Nur die Botschaften südlich des Tiergartens müssen heute auf dem „Festival Walk“ zu Fuß bereist werden, wegen des zeitgleich stattfindenden Rock-Festivals Live 8 ist kein Shuttle- Verkehr möglich. Die verschiedenen Buslinien laufen alle an den Potsdamer- Platz-Arkaden zusammen. Hier steht eine große Bühne bereit, auf der Künstler aller teilnehmenden Nationen auftreten werden.

Wer noch keinen Festival-Pass besitzt, sollte seine Reise an der Info-Box in den Potsdamer-Platz-Arkaden beginnen. Bei den Botschaften selbst werden keine Tickets verkauft.

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