Berlin : Von der Polizei beleidigt

Die Übergriffe aus Sicht der Zeitung „Hürriyet“

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Über die Übergriffe von Kreuzberger Jugendlichen auf Polizisten berichtete auch die Hürriyet. Das Thema erschien am Donnerstag und Freitag auf der Titelseite der auflagenstarken, türkischen Tageszeitung. „Krieg in Kreuzberg“, titelte das Blatt am Donnerstag. Die Zeilen darunter lauteten: „Als Jugendliche in der deutschen Hauptstadt Berlin sich in die Festnahme eines Zwölfjährigen durch die Polizei wegen Diebstahlsverdachts einmischten, kam es zu Krawallen.“

Der Bericht war den (deutschen) Nachrichtenagenturen entnommen. Am Freitag gab die Hürriyet ausschließlich die Meinung von „besonnenen Kreuzberger Türken“ und beteiligten Jugendlichen wider. Sie werfen der Polizei vor, ihnen gegenüber mit unverhältnismäßiger Härte vorgegangen zu sein, und geben den Sicherheitskräften die Schuld an der Eskalation. Mehmet S., der vorübergehend festgenommen worden war, gab gegenüber der Hürriyet an, von der Polizei grundlos verprügelt worden zu sein.

„Widerstand gegen die Polizei in Kreuzberg“, lautete am Freitag die Überschrift zu einem bebilderten Bericht auf der Titelseite der Europa-Beilage. „Durch beleidigende Sprüche der Polizei entstand eine gespannte Lage, sagten die Landsleute“, hieß es in den Unterzeilen. Der Bericht widmete sich vor allem der Sicht von Mehmet S., der gegenüber der Polizei schwere Vorwürfe erhebt. „Auf meine Frage hin, warum sie einem Kind Handschellen anlegen, sagten die Polizisten: ,Haut ab. Geht in Eure Heimat’.“ Als ein Freund von Mehmet S. gefragt habe, warum die Polizisten sich rassistisch äußerten, hätten sie auf die beiden eingeprügelt. Auf die Unruhe hin seien dann „Kinder, Jugendliche, Alte, Geschäftsleute – also die ganze Straße herbeigelaufen“. Die Hürriyet schrieb: „Die Kreuzberger Türken geben an, die Polizei habe die Jugendlichen augewiegelt. Das Polizeipräsidium ermittelt.“ suz

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