Berlin : Von der Säule

Frederik Hanssen

will das Kulturforum von fixen Ideen befreit wissen Lassen wir ihm den Triumph: Hans Stimmann besiegt Hans Scharoun, Berlins Senatsbaudirektor setzt sich gegen den Jahrhundertarchitekten durch. Gestern beschloss der Senat, das Kulturforum nicht nach den Plänen des Nachkriegs-Avantgardisten zu bebauen, sondern im Geist des neuen Berlin: quadratisch, praktisch, gut. Es wird kein „Gästehaus“ zwischen Nationalgalerie und Philharmonie geben, sondern eine Parklandschaft mit vielen kleinen Gebäuden nach Art der Blockrandbebauung. Damit liegt ein pragmatischer Vorschlag auf dem Tisch. Immerhin ist man auf private Investoren angewiesen, weil die ganze Sache das Land keinen Cent kosten darf. Vielleicht ist die Idee, freistehende Gebäude zu einer Stadtlandschaft zu komponieren, wirklich nicht mehr zeitgemäß. Viel schlimmer als der endgültige Abschied von Scharouns Vision ist sowieso die fixe Idee der staatlichen Museen, die Piazzetta abzureißen und statt der Rampe einen Säulenhof in feinstem Playmobil-Klassizismus zu errichten. Wie putzig. Wie provinziell. (Seite 10)

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