Berlin : Von Jahr zu Jahr: Jahresendkommentar

David Ensikat

Doch, es gab die wirklich im verweltlichten Osten: "Jahresendfiguren m.F." und "Jahresendfiguren o.F." "M.F." waren hölzerne Engel (mit Flügeln), "o.F." waren Berg- oder Weihnachtsmänner (ohne Flügel, logisch).

Na, das ist ja alles weggebrochen, damals. Versuchen wir es wenigstens mit einem "Jahresendkommentar m.P." - mit Prognose:

Am Anfang wollen wir versöhnlich sein, in einem Jahresendkommentar gehört sich das so. Wir zitieren die Konkurrenz ganz ohne Neid und Argwohn. Die Morgenpost schrieb gestern ganz dick auf ihre erste Seite: "Die Berliner gehen mit großen Sorgen ins neue Jahr". Ja, dachten wir, da haben sie Recht, die Kollegen (Währungskonvergenz, Weltfrieden, Wirtschaftsnot). Dann lasen wir auf der ersten Seite des Berliner Kuriers, noch fetter: "Berliner freuen sich auf 2002". Hm, dachten wir, eigentlich auch nicht falsch (Aldi-Preise, Frühling, Klaus Wowereit kommt aus dem Urlaub wieder).

Dann haben wir diskutiert: Wer hält was von 2002? "Toll!" "Pfuiii!" "So lala!" Es ging hoch her. Dann rief einer: "Wir sind doch der Tagesspiegel. Der Tagesspiegel sieht so was gelassen. Der differenziert." "Dann gehen wir das monatsweise durch", entschied die Ressortleitung. Das geschah und - das Ergebnis war durchwachsen: Es wird solche Monate geben und solche. Soweit die Prognose zum Jahresausklang.

Einen "Jahresendkommentar o.P.", einen "ohne Prognose" können wir Ihnen nicht vorenthalten, wie stünden wir dann gegenüber der DDR und ihren Jahresendfiguren da. Im Augenblick fehlt hier nur der Platz, wir verschieben das auf Ende 2002.

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