Berlin : Von Lagerfeld ausgestattet

Das WM-Team logiert im Schlosshotel Grunewald

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Als Sporthotel hat sich das Schlosshotel Grunewald in der Brahmsstraße bislang nicht profiliert – aber das wird sich ja jetzt wohl ändern. Gestern Nachmittag zumindest schien die Hotelleitung von der Nachricht, die Nationalmannschaft werde zur WM dort Quartier beziehen, überrascht. „Wir haben das auch soeben erst mitbekommen und freuen uns natürlich sehr“, sagte Sprecherin Vivien Steinke.

Die noblen Wellness–Einrichtungen im Untergeschoss sind schon jetzt für eine komplette Nationalmannschaft mit Ersatzspielern und Trainer ausreichend, und die nur 54 Zimmer werden auch genügen. Bis zum Eintreffen der Spieler wird gewiss auch der MichelinStern wieder aufgegangen sein, der erst dieser Tage wegen Wechsel des Küchenchefs gestrichen wurde.

Das ehemalige Schlosshotel Gehrhus hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Es galt nach dem Krieg als nobelste Adresse der Stadt, wurde dann aber langsam von der Konkurrenz überrundet. Kurz nach der Wende wurde es von einer Berliner Gruppe um den Geschäftsmann Michael Zehden gekauft, komplett saniert und von Karl Lagerfeld in dramatischem Plüsch ausgestattet. Doch das zunächst in Eigenregie von den Besitzern geführte Haus erwies sich als unprofitabel, und sie schlossen einen Managementvertrag mit der Ritz-Carlton-Gruppe. Als der auslief, wurde das Haus an den Kölner Investor Herbert Ebertz verkauft, den Hauptaktionär der Dorint-Gruppe.

Nun ist das Haus gewissermaßen eine Art Dorint de Luxe, wird aber eigenständig ohne Erwähnung dieses Namens als Schlosshotel im Grunewald geführt. bm

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