Berlin : Von Rockern und Diktatoren

-

Eine steinerne Sphinx steht am Eingang der neuen Galerie Elias, dahinter warten hunderte von leicht verzerrten Gesichtern in allen Farben – gemalt von Heinrich Esser, einem Brandenburger Künstler, über den die Galeristen notieren: „Lediglich in einer Diplomarbeit wurde Ende der 90er Jahre versucht, Heinrich Esser wissenschaftlich aufzufassen.“ Dass Olaf Elias und seine Frau Hanin sich ausgerechnet das Œuvre eines Unbekannten aussuchen, um ihre Galerie am Leipziger Platz zu eröffnen, ist vielleicht ebenso rätselhaft wie die Sphinx. Aber auch genauso interessant. Hanin Elias, bekannt geworden als Frontfrau der Technopunk-Band Atari Teenage Riot und derzeit an der Seite von Schauspielerin Nadja Uhl in Potsdam mit der Renovierung einer Villa beschäftigt, hat die Bilder von Esser, der in diesem Jahr 110 geworden wäre, gefunden und für gut befunden. Als nächsten Künstler wollen die Elias’ die düsteren Bilder von Rockstar Marilyn Manson ausstellen. Düster blickt es auch jetzt schon von den Wänden der Galerie: Zwei Hitler-Porträts zeigen einen Mann, der mit der bleichen Gesichtsfarbe eines Toten und mit kleinem schwarzem Schnauzer auf den Betrachter herabblickt. dma

Leipziger Platz 9, täglich, 16 bis 20 Uhr, Telefon: 22 48 74 23. www.elias- berlin.de

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben