Berlin : Von Sydney lernen

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Sollte es eines Tages gelingen, den Berliner Landeshaushalt wieder aus den roten Zahlen zu bekommen, dann hat eventuell auch die gestern begonnene Australien-Reise des Regierenden Bürgermeisters ihren Anteil daran. Immerhin war, so ist aus der Senatskanzlei zu hören, Sydney bis vor einiger Zeit in einer ähnlich maroden Lage wie die deutsche Hauptstadt. Inzwischen, so wissen Klaus Wowereits Berater, schreibt Sydneys Haushalt wieder schwarze Zahlen. Als Grund wird unter anderem ein konsequentes Privatisierungsprogramm genannt. Ein Modell für Berlin? Dies ist eine der Fragen, mit denen der Regierende gestern Abend seine Reise ans andere Ende der Welt angetreten hat.

Wowereit, der von der australischen Regierung in seiner Funktion als Bundesratspräsident eingeladen wurde, wird unter anderem begleitet vom amtierenden Direktor des Bundesrates, Wolfgang Fischer, dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Berlin, Hans Estermann, und dem Präsidenten der Freien Universität, Peter Gaehtgens. Ziel der Reise ist die Vertiefung der Beziehungen zwischen den beider Ländern sowie die Förderung der Wirtschafts- und Wissenschaftskontakte. Auf dem Programm des insgesamt sechstägigen Aufenthalts in der Hauptstadt Canberra sowie den Metropolen Sydney und Melbourne stehen Gespräche mit Premierminister John Howard und Außenminister Alexander Downer. In Canberra trifft Wowereit unter anderem die Präsidentin des Senats, Margaret Reid, und den Sprecher des Repräsentantenhauses, Neil Andrew, die den Bundesratspräsidenten eingeladen hatten. In den Gesprächen geht es, ebenso wie beim Treffen mit einer australisch-deutschen Parlamentariergruppe, darum, die Kontakte zwischen den beiden Parlamenten zu verstärken. In Melbourne trifft Wowereit unter anderem mit Mitgliedern der Deutsch-Australischen Handelskammer zusammen. Er informiert sich über Investitionsmöglichkeiten und besucht ein medizinisches Forschungsprojekt der Universität. Der Regierende Bürgermeister hatte, wie berichtet, seinen Staatsbesuch wegen des Besuchs von US-Präsident Bush in Berlin um zwei Tage verschoben. lvt

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