Von Tag zu Tag : Aber amüsiert

Bernd Matthies warnt aus gegebenem Anlass vor dem Berliner an sich.

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Pfingsten ist alljährlich der Anlass für uns, eines gewissen Bolle zu gedenken. Mit Schaudern, versteht sich. Denn was dieser ideelle Gesamtberliner damals so angerichtet hat ... „Bolle reiste jüngst zu Pfingsten/nach Pankow war sein Ziel“ ist ja nur der Anfang einer Orgie von Blut und Gewalt. Denn dann verliert der Mann seinen Sohn im Gewühl (Kindesvernachlässigung), muss erleben, dass fremde Gäste alles aufgegessen haben (Tourismus), gerät in eine Schlägerei, in deren Verlauf er, wie es heißt, „fünfe massakriert“ (Mord, Landfriedensbruch), und kehrt verletzt nach Hause zurück, wo seine Frau „drei volle Viertelstunden“ auf ihm „poliert“ (eheliche Gewalt).

Dann legt er sich vor die Kleinbahn (vorsätzliche Verkehrsgefährdung), die aber nicht kommt (S-Bahn?) weshalb er zu „Dörrgemüse“ vertrocknet. „Aber dennoch“, heißt es im Lied immer wieder, „hat sich Bolle/ janz prächtig amüsiert.“

Ein verrückter, gewalttätiger Zyniker also, der Berliner. Das ist seit gut hundert Jahren bekannt. Insofern sollte die Welt langsam wissen, woran sie mit uns ist.

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