Von Tag zu Tag : Abgehängt

Sigrid Kneist wünscht sich, dass alle pünktlich ihr Geld bekommen

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Tarifrecht ist eine grauenhaft komplizierte Materie. Bis sich Arbeitgeber und Gewerkschaften auf einen Vertrag einigen, vergehen Monate. Man kennt die Rituale. Noch mal genauso lange dauert es oft, bis der Vertrag unterschriftsreif wird: Nach der grundsätzlichen Einigung wird um die Details gestritten. Auch danach fließt kein Geld. Wo kämen wir denn da hin? Erstmal muss die passende Software her. Das alles braucht seine Zeit. Vor allem im Land Berlin. Hier wurde im Mai ein neuer Tarifvertrag geschlossen, der rückwirkend seit Oktober 2010 gilt. Die Beschäftigten haben bis heute nicht davon profitiert. Man würde es ja gerne mit dem Massengeschäft des öffentlichen Dienstes entschuldigen. Aber hier ist nur ein Grüppchen von gerade einmal 0,03 Prozent der Beschäftigten betroffen, nämlich die rund 30 Ärzte in den Justizkrankenhäusern. Die Verwaltung fand für sie einfach keine passende Software. Jetzt wurde beschlossen, die Gehälter extern abrechnen zu lassen und erste Abschlagszahlungen anzuweisen.

Schnell ging allerdings die Aktualisierung der Dienstpläne. Die vereinbarten 2,5 Stunden mehr arbeiten die Mediziner schon längst.

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