Von Tag zu Tag : Abgehoben

Gerd Nowakowski hat für Wowereits Tempelhof-Linie wenig Verständnis

Gerd Nowakowski

Da ist wieder ein Stück Hoffnung zerschellt bei den Tempelhof-Freunden. Und der Senat fühlt sich bestätigt: Niemand kann gezwungen werden, einen verlustbringenden Flughafen zu betreiben, urteilt das Bundesverwaltungsgericht. Jedes Jahr zehn Millionen Euro Defizit sind eben härtere Argumente als die Emotionen, mit denen viele Berliner am Traditionsflughafen hängen; besonders, wenn der unbegrenzte Betrieb den Großflughafen BBI gefährdet. Da mag die CDU oder der Bundesfinanzminister Steinbrück vertreten, man könne Tempelhof auch nach der Fertigstellung von BBI weiter nutzen – das juristische Risiko ist unabweisbar. Zumal die Bundesregierung das Senatsangebot, Tempelhof in eigener Regie zu übernehmen, nicht wahrnehmen wollte. Es gibt aber überhaupt keinen Anlass, so kaltschnäuzig mit den Tempelhof-Unterstützern umzuspringen, wie es der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit derzeit tut. Zumal es der rot-rote Senat nicht geschafft hat, den Berlinern irgendeine vernünftige Nachnutzung für das Gelände anzubieten. Wer dennoch nur auf Arroganz statt eigene Ideen setzt, könnte am Ende noch eine mächtige Bruchlandung erleben.

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