Von Tag zu Tag : Ach, Römer

Klaus Kurpjuweit bedauert, dass Cäsar nie weit nach Osten kam

Berlin ist die Stadt der Brücken. Schon vor Jahrhunderten hat man sie zunächst an der Spree und später auch an der Havel gebaut. Das älteste erhaltene Bauwerk ist die Jungfernbrücke am Kupfergraben, die wahrscheinlich 1701 gebaut worden ist. Das waren Zeiten! Stabil und dauerhaft hat man damals gebaut. Weitab von der Stadt stehen sogar noch Brücken aus der Römerzeit, über die einst die Legionäre marschiert sind, und über die heute Lastwagen donnern. Ohne dem Bauwerk etwas anzuhaben. Und heute? Kaum gebaut, gehen die Dinger schon wieder kaputt. Das sind die modernen Zeiten. Da wird eine Brücke 2001 fertig, und acht Jahre später muss sie wegen Schäden gesperrt werden. Immerhin ein wenig länger hielt die Spandauer-Damm-Brücke durch, die jetzt durch einen Neubau ersetzt werden muss. Bald ist vielleicht die ähnlich alte Rudolf-Wissell-Brücke der Stadtautobahn an der Reihe. Und damit ist sicher nicht Schluss. So werden künftige Generationen nie sehen, wie hier Ende des 20. Jahrhunderts Brücken gebaut wurden. Aber es gibt ja noch die der Römer. Leider woanders. Schade, dass Cäsar nie so richtig weit nach Osten kam. (Seite 14)

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