Von Tag zu Tag : Alter Esel

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Bei allem Überschwang angesichts der frisch erwachten Radelsaison sollten wir kurz innehalten und derer gedenken, die nicht mehr dabei sind. Einstige Freunde, die radlos an Laternen hängen, wo sie eines verrauschten Abends im vergangenen Jahr abgestellt worden sind. Von Amnesie und Eiszeit vor ihren Besitzern verborgen, sind sie nun wieder präsent und dabei optisch so attraktiv wie Hundehaufen. Oft nur noch vom Schloss im Diesseits festgehalten, widersetzen die Kadaver sich den sonst sichtlich erfolgreichen Frühjahrsputzbemühungen von BSR und Bürgerbesen. Das ist nicht schön, zumal gehäuft.

Dem Augenschein nach müsste mindestens jeder zweite Berliner noch irgendwo ein solches Gerippe herumhängen haben. Wie wär’s denn, wenn wir alle vor Beginn der Sommerzeit ein letztes Mal die dicken Jacken rausholen und in die Taschen langen, ob da nicht vielleicht doch das Schlüsselchen zum verstoßenen Begleiter …? Und wer seine alte Krücke partout nicht mehr aufpäppeln will: Die Schrottpreise sind auch schon wieder gestiegen.

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