Berlin : Von Tag zu Tag: Ampelei

Christian van Lessen

Schröder ist für die Ampel. Wowereit weiß nicht recht, ob er wirklich gegen eine Ampel sein darf, Rexrodt wiederum will die Ampel, Frau Klotz mag die Ampel eigentlich nicht. Gysi lehnt trotz Rot erst recht die Ampel ab. Steffel trägt sowieso nur Schwarz und wird gar nicht gefragt.

Es soll Berliner geben, die erst spät begriffen haben, dass eine Ampel (deren Name sich von ampulla: kleine Flasche ableitet) auch den Verkehr in der Politik regeln kann. Dass die SPD nun mal rot, die FDP irgendwann aus graphischen Gründen gelb geworden ist und die Grünen natürlich grün sind.

Und sie stellen sich eine Verkehrsampel vor: Die SPD wäre für Rot verantwortlich. Für Stillstand, für das Warten, dass es endlich weiter geht. Die FDP steuert das Gelb bei, was auch nichts bewegt und nur Achtung heißt. Die Grünen hätten den besten Part, aber ihr Grün wäre vielleicht so kurz wie das Gelb und nicht so lang wie das Rot, das bei Ampeln oben ist. Die drei Farben dürfen nicht gleichzeitig leuchten. Sonst gibt es Chaos, aus dem kein Ampelmännchen hilft. In Kreuzberg konnte man schon mal eine Ecke kreuzweise überqueren, um die Ampel scherte sich kaum jemand. Wie die BVG. In der U-Bahn wirbt sie damit, dass es sich ohne Ampel besser fährt.

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