Von Tag zu Tag : Arm dran

Andreas Conrad freut sich über medizinische Bärendienste

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Was muss solch ein Teddybär nicht alles über sich ergehen lassen! Er wird gedrückt, geboxt und geknetet, mit schokoladenverschmiertem Mund abgeküsst, er fliegt in hohem Bogen durchs Kinderzimmer und unter sehr ungünstigen Bedingungen auch aus dem Fenster. Dabei verliert er schon mal ein Auge oder zwei, Arme und Beine hängen nach jahrelanger liebevoller Behandlung oft nur noch am Faden, von zunehmendem Haarausfall ganz zu schweigen. Gewiss, die Kuscheltiere werden geliebt, und Liebende sehen über manchen Makel hinweg, aber irgendwann ist Schluss, der Bär ein Wrack, reif für die Klinik. Begraben, entsorgen, auf dem Dachboden verstecken? Wer wird denn so herzlos sein. Medizinischer Rat tut not, professionelle Hilfe von Fachpersonal, geschult am besten am lebenden Subjekt. Teddybär-Kliniken sind hier ein Muss, an 36 Universitätskliniken gibt es sie schon. Vor allem Medizinstudenten bieten dort Kindern von drei bis sechs Sprechstunden an, untersuchen und behandeln, greifen auch schon mal zu Nadel und Faden, das übt. Am Wochenende gab es dazu sogar den ersten Bundeskongress. In Berlin, an der Charité. Wo sonst?

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