Berlin : Von Tag zu Tag: Arme Kandidaten

David Ensikat

Die große Frage im Wahlkampf ist doch: Warum gibt es immer wieder Leute, die das auf sich nehmen. Die Spitzenposten, um die es da geht, sind doch nichts Schönes. Der Stress! Die Termine! Die Verantwortung!

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Und der Schlaf? Das Privatleben? Mal zu Ikea gehen, sehen, dass man eigentlich nichts braucht, und mit dem Bewusstsein "Kenne ich wenigstens das 2001 / 2002er-Sortiment" wieder nach Hause gehen - so was ist für einen Chefpolitiker nicht drin. Wer will denn schon Bürgermeister werden? Regierender dazu! Was der Wowereit alles eröffnen, wessen Hände der pausenlos drücken muss. Wann war der wohl das letzte Mal außer Dienst spazieren? Der kommt ja nicht mal zum Wahlkämpfen.

Klar, der Amtsbonus. Als Bürgermeister hat man genug Presse. Da muss man sich nicht immerzu extra was ausdenken. Gestern regierte Wowereit auf den Asien-Pazifik-Wochen, und da kam der chinesische Botschafter und sagte: "Yan Yan bleibt in Berlin." Klaus Wowereit freute sich staatsmännisch und würdigte die Zusage als "eine großzügige Geste der Volksrepublik China, mit der sie den Berlineren eine große Freude macht". Yan Yan ist die Pandabärin, die keine Kinder kriegt, und die die Berliner, so heißt es, trotzdem ganz doll lieb haben.

Das Frank-Steffel-Team ärgert sich bestimmt ganz fürchterlich, dass der CDU-Kandidat solche Termine mit Herz nicht absolvieren kann. Mal ehrlich: Ist denn Freizeit nicht noch viel schöner?

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