Von Tag zu Tag : Auf ex!

Andreas Conrad wundert sich, dass junge Suffköppe unkontrolliert bleiben

Es gibt ja die seltsamsten Arbeitszeitregelungen, warum also nicht auch diese: Bademeister dürfen künftig nur so und so viele Stunden Dienst in der Sonne tun, danach ist Schichtende, und die dann hinreichend gebräunten Wasserretter gehen nach Hause. Welcher Badegast danach noch ins Wasser will, womöglich dabei ertrinkt – selber Schuld. Natürlich ist das nur eine Fiktion, nie werden Berliner Bademeister vorzeitig sonnentrunken das Weite suchen.

Das Prinzip allerdings ist in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens Realität. Denn wie sonst ist zu deuten, dass die amtlichen Kontrolleure der alkoholseligen Jugend genau dann die Griffel fallen lassen, wenn ihre minderjährigen Klienten gerade richtig in Stimmung kommen. Hieß die Devise in früheren Zeiten noch voller Pathos „Kampf dem Alkohol“, so werden nun unter dem Feldzeichen der Rahmenarbeitszeitverordnung – allein das Wort macht benommen – vor den Kampftrinkern die Segel gestrichen, um den von komatösen Jugendlichen nur wenig getrübten Arbeitstag ruhig ausklingen zu lassen. Womöglich bei einem kühlen Bier.

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