Von Tag zu Tag : Aus dem Lot

Andreas Conrad will für einen schiefen Turm nicht extra nach Pisa

von

Man muss nicht in allem der Größte sein, das gilt auch für Städte. Aber irgendwie wurmt solch ein Ungenügen schon, gerade als Bewohner einer Metropole wie Berlin, der sich eingestehen muss, dass diesmal die Provinz die Nase vorn hat. Denn in dem Wettstreit der Nester, dem der „Spiegel“ aktuell nachspürt, hat Berlin wirklich keine Chance: Der „schiefste Turm der Welt“ steht demnach offiziell im niedersächsischen Suurhusen – der Turm der Dorfkirche, Neigungswinkel von 5,19 Grad. Allerdings gibt es Konkurrenz, sie steht in Bad Frankenhausen, Midlum oder Barstede, nicht aber in Pisa und schon gar nicht in Berlin. Allerdings, schiefes Gemäuer haben wir auch: Ganze 81 Zentimeter neigt sich der Juliusturm der Zitadelle gen Westen, und nicht nur das. Als Schinkel ihm 1838 seinen Zinnenkranz verpasste, baute er diesen westwärts zum Ausgleich kurzerhand etwas höher, rückte den Turm optisch wieder ins Lot. In Suurhusen unmöglich.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben