Berlin : Von Tag zu Tag: Ausgetanzt

Matthias Oloew

In schöner Regelmäßigkeit holt die Stadt ein Diskussionsthema wieder ein: Wie halten wir es mit der Love Parade? Worüber Senat und Behörden nicht mehr diskutieren wollen, bringt jetzt die Bürgerinititive "Rettet den Tiergarten" wieder auf die Tagesordnung, nämlich die Frage, ob die Open-Air-Party eine Demonstration im Sinne des Versammlungsgesetzes ist. Oder eben nicht. Die Bürgerinitiative hat zu einem denkbar simplen Mittel gegriffen und eine konkurrierende Demonstration angemeldet. Damit läuft die Diskussion an. Denn die Love-Parade-Macher rücken von ihrer starren Haltung ab und präsentieren nun doch noch zwei mögliche Alternativrouten. Innensenator Werthebach jedoch kann nicht anders, als nach dem Eingang der Demo-Anmeldung zu entscheiden. Und deshalb bekommt die Bürgerinitiative den Vorzug. Boulevard Berlin:
Was die Stadt bewegt... Damit sitzen nicht nur die Love-Parade-Macher in der Patsche, sondern mit ihnen auch der Senat. Was die Aktion der Bürgerinitiative deutlich zeigt: Die Zeit der Lippenbekenntnisse ist vorbei. Wenn der Senat die Love Parade will, muss er auch dafür Sorge tragen, dass sie an ihrem angestammten Termin stattfinden kann. Mit einer Zulassung als konventionelle (und kommerzielle) Veranstaltung wäre die Sache klar: Wir wollen die Techno-Party ohne Wenn und Aber und tragen alle Konsequenzen (inklusive der Mülllawine und Parkschäden) mit. Party statt Demo würde allerdings auch bedeuten, dass der zweite Juli-Sonnabend dauerhaft für das Techno-Spekatakel reserviert wäre. Basta.

Dann jedoch müsste sich der Senat auch für die Schäden im Tiergarten rechtfertigen. Aber dafür fehlt den Senatoren wohl der Mumm.

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