Von Tag zu Tag : Be goldig

Gerd Nowakowski schwenkt die Fahnen für sechs neue Berliner

Gerd Nowakowski

Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Das will uns möglicherweise der Künstler sagen, der 500 Fähnchen aus goldfarbener Rettungsfolie auf den Rasen vor dem Reichstag pflanzte. Bis die Polizei – wie immer – als Spaßverderber erschien und ganz preußisch nach einer Genehmigung fragte. Der Ernst der Lage auf den internationalen Finanzmärkten dulde keinen Aufschub, verteidigte sich der Kunstschaffende. Keinen Aufschub ließ auch die Geburt der Sechslinge im Virchow-Klinikum zu – und die sechs Frühchen schweben nicht in Lebensgefahr. In diesem Fall hatte auch die Polizei keine Einwände. Zweimal Pech, Herr Künstler: Die Meldung von den Sechslingen wird in der internationalen Presse sein Fahnenspektakel mühelos auf hintere Seiten wehen. Die bessere Nachricht für Berlin sind die Sechslinge allemal. Schon im Sommer schaffte es die Meldung von den Zwillingen, einer weiß, einer schwarz, bis in die letzte kalifornische Provinzzeitung. Berlin, fruchtbare Stadt – mehr Werbung ist gar nicht möglich: Be Berlin – im Wortsinn. Hallo, Herr Wowereit, wenn das keine Patenschaft wert ist! Prenzlauer Berg wird unter Amerikanern ja auch schon pregnancy hill genannt.

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