Von Tag zu Tag : Berlin-Zulage

Bernd Matthies wundert sich über innerdeutsche Gehaltsgefälle

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Ach, wer verdient schon, was er verdient? Dagmar Reim, die RBB-Intendantin, geht mit 220 000 Euro nach Hause, das ist ungefähr die Regiermeister-Kategorie, also irgendwie ungerecht. Andererseits: Würden sich die Chefredakteure vergleichbar großer und bedeutender privater Einrichtungen mit einem so läppischen Handgeld abfinden lassen? Es ist nun mal verflucht schwer, Gehaltsgerechtigkeit walten zu lassen bei denen da oben.

Wenn allerdings der Chef der Berliner Messe doppelt so viel verdient wie sein auch nicht schlecht besoldeter Münchener Amtskollege, dann müssen sich die Berliner Verantwortlichen zumindest ein paar kritische Fragen stellen lassen; es wirkt zumindest auf den ersten Blick so, als habe sich die Stadt da gehörig über den Tisch ziehen lassen.

Auch andere Chefgehälter in der Grauzone des Öffentlich-Rechtlichen haben diesen speziellen Berlin-Bonus. Sie mögen verdient sein oder nicht: Aber die Stadt kann schlecht draußen im Land über ihre miese Finanzlage jammern, wenn sie ihren Spitzenmanagern mutwillig das Hinterteil vergoldet. Auch Länderfinanzminister lesen Zeitung.

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